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über die Arbeit im Landesverband der Deutschen Diabetes–Hilfe – Menschen mit Diabetes NRW e. V. (DDH-M LV NRW e. V.)

Nur ein mitgliederstarker Verband ist in der Lage, berechtigte Forderungen auch mit Nachdruck einzufordern.

Als Einzelvertreter steht ein Interessenverband häufig auf verlorenem Posten. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir nur gemeinsam – Patientenverband und Akteure im Gesundheitswesen – ausreichend Einfluss nehmen können, damit drängende Probleme gelöst werden können. Defizite in der Ausbildung der Ärzte zum Krankheitsbild Diabetes, insbesondere der Fortbildung von Ärzten zum Diabetologen (DDG), lassen befürchten, dass eine gute Versorgung der Menschen mit Diabetes für die Zukunft keinesfalls gesichert ist. Eine enge Zusammenarbeit / Kooperation mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) ist für den Landesvorstand nach wie vor verpflichtend, um erfolgreich die Interessen der Menschen mit Diabetes vertreten zu können. Unterstützt durch einen Fachbeirat, dem Experten und Expertinnen wichtiger Bereiche der Versorgung angehören, ist der Landesverband in der Lage, auch ganz spezielle Fragen der Mitglieder kompetent zu beantworten.

Der Landesverband NRW vertritt nicht nur die Interessen der Mitglieder, sondern die Interessen aller Menschen mit Diabetes. Durch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf (DDZ) sind wir in der Lage, auch unsere Interessen in die Forschung mit einzubringen. Hier liegt ein Schwerpunkt in der Versorgungsforschung. Aber auch bei der Erforschung neuer Arznei- und Hilfsmittel sowie bei der Digitalisierung werden wir verstärkt darauf achten, dass die Interessen der Betroffenen ausreichend Berücksichtigung finden. Die Digitalisierung in der Versorgung nimmt enorm zu und stellt viele Betroffene vor weitere Probleme. Bei allen Bestrebungen zur Digitalisierung setzen wir uns dafür ein, dass auch weiterhin auf Wunsch und bei Bedarf ein persönliches Gespräch in der Praxis möglich ist. Zu den Problemen in der Versorgung und zum Krankheitsbild sind häufig sehr unterschiedliche Stellungnahmen und Informationen veröffentlicht worden, die nicht immer für die individuellen Probleme der Betroffenen zutreffend sind. Wir informieren neutral, unabhängig und umfassend.

Der Landesverband NRW der DDH-M e. V. hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, allen Anforderungen als Interessenverband gerecht zu werden. In Selbsthilfegruppen haben Betroffene die Möglichkeit, sich vor Ort über das Krankheitsbild und die Versorgung zu informieren, sowie ihre Erfahrungen und Nöte mit anderen zu teilen. Die gute Zusammenarbeit mit den Fachverbänden (DDG und VDBD) haben dazu beigetragen, dass die Probleme der Diabetesversorgung auch in der Politik angekommen sind. Immer schneller werden Mitglieder über Veränderungen in der Versorgung informiert.

Erfolge der Zusammenarbeit:

Regionales Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes e. V.

Im Jahr 2019 gründete das Deutsche Diabetes-Zentrum mit seinen Partnern das Regionale Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes e. V. Der DDH-M LV NRW e. V. war eines der Gründungsmitglieder. Für den Landesverband NRW der DDH-M ist Hartmut Diers als stellvertretender Vorsitzender tätig.

Das RIN veranstaltet unter anderem regelmäßige Symposien, welche immer sehr gut besucht sind und inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden.

Im Jahr 2026 wollen wir wieder zusammen mit dem RIN den Weltdiabetestag in NRW gestalten.

Diabetes-Info-Mobil

Mit Hilfe des Diabetes-Info-Mobils, ein zu einem mobilen Labor mit Sofortdiagnostik umgebauter Kleintransporter, klären wir die Menschen vor Ort über Diabetes auf und bieten ein Screening an. Durch einen Fragebogen wird ermittelt, welches Diabetesrisiko die Besucher haben. Bei einem hohen Risiko und/oder entsprechender Familienanamnese wird ein Blutzuckertest durchgeführt. Es werden der HbA1c-Wert, sowie die Lipid-Werte ermittelt. Seit 2014 verfügt der Landesverband über zwei gleichwertig ausgestattete Fahrzeuge. Ziel ist die frühzeitige Entdeckung einer unbekannten Diabetes-Erkrankung. Zugleich erhalten die Betroffenen die Empfehlung, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Leider sind die Buchungszahlen der Mobile infolge Corona-Pandemie immer noch sehr niedrig und erholen sich nur sehr langsam.

Der Landesverband bemüht sich weiterhin intensiv, die Buchungszahlen der Mobile zu erhöhen. Nur durch ausreichend zahlreiche Buchungen, ist es auf Dauer möglich, die Mobile auch weiterhin in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen zu betreiben.

Tag der offenen Tür am Bundesgesundheitsministerium Berlin

An einem Wochenende im August fand zum wiederholten Mal ein Tag der offenen Tür am Bundesgesundheitsministerium statt, an dem sich die
DDH-M mit einem Stand sowie dem Diabetes-Info-Mobil beteiligte. Hier präsentierte sich unser Verein und stellte ein großes Testangebot zur Diabetesprävention und Beratung, mit mehreren Fachkräften zur Verfügung. Es wurden mehrere hundert Interessierte getestet und beraten. Der Einsatz war erneut ein voller Erfolg.

Diabetes in Schulen und Kitas

Seit Juli 2019 wird dieses Projekt, das zuvor unter der Bezeichnung „DidS“ geführt wurde, in Kooperation mit der IKK classic und dem Land NRW durchgeführt. Ziel ist hierbei die bessere Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes in Schulen und Kitas.

Dieses Projekt erfreut sich als niederschwelliges Schulungsangebot für Lehr- und Betreuungskräfte an Schulen und Kitas von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Unterstützt wurde das Projekt von der Bezirksregierung Münster. Ab 2025 übernimmt das LZG (Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen), ab Oktober LfGA (Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen) die Förderung. Tatsache ist jedoch, dass uns hierdurch weniger Mittel für dieses Projekt zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass das Projekt um die Organisation von qualifizierten Betreuungskräften für Klassenfahrten ergänzt wird.

Nur ausgebildete Diabetesberaterinnen, Diabetesberater und medizinisches Fachpersonal dürfen Schulausflüge und Klassenfahrten begleiten und Personalschulungen durchführen.

Der Landesverband wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dieses Projekt weiterzuführen.

Reitercamp für Kinder mit Diabetes im Alter von 8 bis 15 Jahren

Zum fünften Mal hat der DDH-M Landesverband NRW e. V. das Reitercamp veranstaltet. Im Jahr 2025 fand das Reitercamp für an Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche nicht in Nottuln, sondern in Haren an der Ems, auf dem Reiterhof Lessing statt. Dieser Wechsel fand bei den teilnehmenden Kindern, den Betreuern*innen und den Eltern großen Zuspruch.

Die Kinder lernen in dem Umfeld eine Woche lang ihren Diabetes besser zu verstehen und sehen, dass auch andere Kinder mit dieser Erkrankung leben müssen und damit nicht allein sind.

Leider war es aus finanziellen Gründen nur möglich, ein Camp, anstelle zuvor geplanter zwei Camps auszurichten, an dem 35 Kinter teilnehmen konnten.

Durch die gute Mundpropaganda sind die Bewerbungszahlen so hoch, dass man das Event eigentlich gar nicht mehr bewerben müsste. Das allein zeigt schon die Wichtigkeit und Nachfrage nach solchen Projekten.

Die Kinder lernten in der Woche im Umgang mit Bewegung, Ernährung und den Pferden ihren Diabetes neu kennen. Sie fühlten sich „wahrgenommen“ und waren einmal unter ihresgleichen. Betreut wurden sie tagsüber von acht Diabetesberaterinnen und -beratern und anschließend von einer Nachtschwester. Diese Fachkräfte berechneten die Mahlzeiten, nahmen die Katheter Wechsel für die Insulinpumpen vor, schritten bei drohenden Unterzuckerungen ein und standen für die Übernahme aller weiteren Aufgaben zur Verfügung, die sich im Tagesablauf ergaben. Am letzten Tag wurden die Eltern bei einem gemütlichen Abend über die Entwicklung ihres Kindes von der jeweils zuständigen Diabetesberaterin aufgeklärt, und jedes Kind bekam sowohl von der Reitschule als auch von den Veranstaltern, ein Zertifikat und ein Erinnerungsfoto.

DiaCup (Tischtennisturnier)

Auch 2025 war der DiaCup bei Borussia Düsseldorf ein großer Erfolg, mit gut 100 Teilnehmern aus ganz Deutschland. Während zwei Tagen an einem Wochenende trafen sich Menschen mit Diabetes zu einem Tischtennisturnier. Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig für die Betroffenen der Austausch untereinander ist. Hinzu kommt das sportliche Erlebnis, das allen Teilnehmern sichtlich gut bekommen ist. Mit der damit verbundenen Bewegung wurde deutlich, dass Tischtennis auch sehr positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Blutzuckerspiegels hat. Durch die leistungsentsprechende Gruppenaufteilung war es sowohl für Vereins- als auch Hobbyspieler gleichermaßen herausfordernd und interessant. Diese Veranstaltung zeigte deutlich, wie wichtig Sport für das Verständnis im Umgang mit Diabetes ist. Diese Veranstaltung ist in Deutschland einzigartig.

Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband

Der ESK (erweiterter Sprecherkreis der Gesundheitsselbsthilfe) vertritt die Selbsthilfe in verschiedenen Gremien, wie beispielsweise der Landesgesundheitskonferenz, dem Ethikrat, dem gesundheitspolitischen Fachgespräch mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW. Bei unseren Vorstandssitzungen wird über Neuigkeiten, Änderungen oder Aktionen fortlaufend informiert. Zwischendurch gibt es weitere Informationen oder auch die Übersicht der Veranstaltungen des Paritätischen.

Zusammenarbeit mit dem Adipositas Verband NRW

Im September wurde das Adipositas Bündnis NRW als eingetragener Verein gegründet und der DDH-M LV NRW e. V. war eines der Gründungsmitglieder. Schon bei an den Vorbereitungssitzungen ab September 2022 war der Landesverband ständig beteiligt. Hieraus entwickelte sich eine enge Kooperation mit dem Adipositas Bündnis NRW e.V., die durch einen gemeinsamen Austausch in zahlreichen Veranstaltungen gekennzeichnet war. Hierbei wurde immer wieder deutlich, dass viele Handlungsfelder unserer beiden Organisationen sehr ähnlich sind.  Im Rahmen dieser Kooperation beteiligte sich das Adipositas Bündnis mit einem Stand bei unseren Veranstaltungen. Ebenso hat sich der Landesverband an Veranstaltungen des Adipositas Bündnisses beteiligt.

In diesem Jahr wurde vereinbart, im Juni 2026 eine gemeinsame Messe in der Mercatorhalle Duisburg zu veranstalten. Erste Planungen sehen zahlreiche Fachvorträge sowie eine umfangreiche Industrieausstellung vor, die für Menschen mit Adipositas und/oder Diabetes von großem Interesse sein werden. Die Veranstaltung läuft unter dem Titel „ADIBETIKA“, um die enge Zusammenarbeit unserer beiden Verbände zu dokumentieren.

Diabetes und Augen

Dieses Projekt der Firma Roche bezieht sich auf den Bereich Makuladegeneration im Auge. Betroffene berichten über ihre Erfahrungen in diesem Bereich.

Interessenvertretung

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe auf Landesebene ist die Interessenvertretung bei der Gesetzgebung und den Institutionen, die über die Versorgung der Menschen mit Diabetes im Lande entscheiden. Damit der Landesverband effektiv arbeiten und die berechtigten Ansprüche der Betroffenen wirkungsvoll einordnen kann, ist es erforderlich, dass eine große Anzahl Mitglieder dem Verband den Rücken stärkt. Mitgliederschwache Verbände haben kaum eine Chance, Ansprüche erfolgreich einzufordern.

Viele Projekte, Veranstaltungen und Aktivitäten könnten ohne Fördergelder und Spenden nicht durchgeführt werden. Der Landesverband NRW der DDH-M ist daher allen Förderern, die ihn in diesem Jahr unterstützt haben, sehr dankbar.

Folgende Unterstützung haben wir erhalten:

Pauschalförderung:97.562,75 €
Projektförderung:128.745,00 €
Spenden:16.685,00 €
Zweckgebundene Spenden:35.685,00 €

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der DDH-M LV NRW e.V. auch im Jahr 2025 bereits existierende Projekte erfolgreich weiterführen konnte. Darüber hinaus ist es auch gelungen, neue Aufgaben zu übernehmen.

Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft, uns Gehör in der Politik, bei anderen Institutionen und Verbänden zu verschaffen.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass unsere Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Es ist uns auch gelungen, unsere ehrenamtlichen Kräfte so einzusetzen, dass wir die Lebensqualität der Menschen mit Diabetes, sowie deren Angehörigen erhalten und verbessern konnten.

Wir danken allen ehrenamtlich Aktiven für die geleistete, gute Zusammenarbeit und für das entgegengebrachte Vertrauen.

Duisburg, im März 2026
gez. Hansgünter Bischoff
Stellv. Landesvorsitzender

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