Tätigkeitsbericht 2021 über die Arbeit im Landesverband der Deutschen Diabetes – Hilfe, Menschen mit Diabetes NRW e.V.

 

Im zweiten Jahr der Pandemie war der Landesvorstand auch 2021 in seinen Handlungsmöglichkeiten weiterhin sehr beeinträchtigt. So konnte sich der Landesvorstand seit Februar 2020 nicht mehr persönlich treffen. Viele persönliche Kontakte waren auch mit Personen und Vertretern von Organisationen nicht möglich, die uns in unserer Arbeit tatkräftig unterstützen. Dennoch sind wir mit den neuen Anforderungen gewachsen und konnten in zahlreichen Videokonferenzen sehr viele Themen besprechen, lösen und erfolgreich auf den Weg bringen, um uns für die Interessen der Menschen mit Diabetes einzusetzen.

Wie schon in den zurückliegenden Jahren ist es gerade in der Corona -Pandemie sehr schwierig, ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Leider nimmt die Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern in unserer Gesellschaft immer mehr  ab. Auch die Bereitschaft zu einer Mitgliedschaft im Interessenverband hat weiterhin durch den Einfluss der Informationsmöglichkeiten über die sozialen Medien stark nachgelassen. Dabei ist die Interessenvertretung in der Politik und bei den Institutionen eine wichtige und nicht zu unterschätzende Aufgabe der Selbsthilfe.

 

Nur ein mitgliederstarker Verband ist in der Lage, berechtigte Forderungen auch mit Nachdruck einzufordern.

Als Einzelvertreter steht ein Interessenverband häufig auf verlorenem Posten. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir nur gemeinsam – Patientenverband und Akteure im Gesundheitswesen – ausreichend Einfluss nehmen können, damit drängende Probleme gelöst werden können. Defizite in der Ausbildung der Ärzte zum Krankheitsbild Diabetes, insbesondere der Fortbildung von Ärzten zum Diabetologen (DDG), lassen befürchten, dass eine gute Versorgung der Diabetiker für die Zukunft keinesfalls gesichert ist. Eine enge Zusammenarbeit / Kooperation mit diabetesDE, der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) ist für den Landesvorstand nach wie vor verpflichtend, um erfolgreich die Interessen der Diabetiker vertreten zu können. Unterstützt durch einen Fachbeirat, dem Vertreter:innen wichtiger Bereiche der Versorgung angehören, ist der Landesverband in der Lage, auch ganz spezielle Fragen der Mitglieder kompetent zu beantworten.

Der Landesverband NRW vertritt nicht nur die Interessen der Mitglieder, sondern die Interessen aller Diabetiker. Durch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf (DDZ) sind wir in der Lage, auch unsere Interessen in die Forschung mit einzubringen. Hier liegt ein Schwerpunkt in der Versorgungsforschung. Aber auch bei der Erforschung neuer Arznei- und Hilfsmittel sowie bei der Digitalisierung werden wir verstärkt darauf achten, dass die Interessen der Betroffenen ausreichend Berücksichtigung finden. Die Digitalisierung in der Versorgung nimmt enorm zu und stellt viele Diabetiker vor weitere Probleme. Bei allen Bestrebungen zur Digitalisierung setzen wir uns dafür ein, dass auch weiterhin auf Wunsch und bei Bedarf ein persönliches Gespräch in der Praxis möglich ist.  Zu den Problemen in der Versorgung und zum Krankheitsbild sind häufig sehr unterschiedliche Stellungnahmen und Informationen veröffentlicht, die nicht immer für die individuellen Probleme der Betroffenen zutreffend sind. Wir informieren neutral, unabhängig und umfassend.

Der Landesverband NRW der DDH-M e. V. hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, allen Anforderungen als Interessenverband gerecht zu werden. In Selbsthilfegruppen haben Betroffene die Möglichkeit, sich vor Ort über das Krankheitsbild und die Versorgung zu informieren. Die gute Zusammenarbeit mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und gemeinsame Aktionen mit den Fachverbänden (DDG und VDBD) haben dazu beigetragen, dass die Probleme der Diabetesversorgung auch in der Politik angekommen sind. Immer schneller werden Mitglieder über Veränderungen in der Versorgung informiert.

 

Erfolge der Zusammenarbeit:

Diabetes und Pflege

Wie bereits 2020 war dieses Thema auch im Jahr 2021 wieder eines unserer Schwerpunktthemen. Wir haben in diesem Jahr in digitaler Form den runden Tisch weiterleben lassen und mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Institutionen, Betroffenen und sonstigen Personen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen, geführt. Wir sind gerade dabei, unsere politischen Forderungen für die kommende Landtagswahl zu fixieren und weitere Schritte abzusprechen.

Auch im Jahre 2022 wird dieses Thema uns fortdauernd begleiten.

 

Kampagne „Diabetes eine Stimme geben“

Gemeinsam mit diabetesDE–Deutsche Diabetes-Hilfe wurde im letzten Jahr mit Unterstützung prominenter Personen diese Kampagne ins Leben gerufen. Hierbei ist das Ziel, den Betroffenen mit Typ-2-Diabetes mehr Gehör in der Gesellschaft, Politik und bei Institutionen zu verschaffen. Aus allen diabetischen Bereichen gibt es Mitwirkende, welche in gemeinsamen Aktionen immer wieder neue Ideen entwickeln und umsetzen. So wurden von verschiedenen Typ-2-Diabetiker:innen Videofilme zu ihrem ganz persönlichen Alltag gedreht. Die Akteure tauschen sich während der Pandemiezeit in unregelmäßigen Abständen per Videokonferenz aus.

 

Regionale Initiative Diabetes NRW (RID)

Bereits 2013 hat sich in NRW eine Regionale-Initiative-Diabetes NRW gegründet. In dieser Gemeinschaft arbeiten die Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes, Landesverband NRW e. V. (DDH-M LV NRW e. V.), das Deutsche  Diabetes-Zentrum (DDZ), diabetesDE-Deutsche Diabetes-Hilfe, die Pronova BKK, die Berufsverbände der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) sowie Westfalen-Lippe (BdSWL) und der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen e. V. (BVND) zusammen. Dabei sollen über Defizite in der Versorgung beraten und Lösungsvorschläge hierzu entwickelt werden. Ein Erfolg der Arbeit der RID ist eine große Anfrage der SPD an die Landesregierung zur Versorgung der Diabetiker im Land NRW. Im Ergebnis wurde ein parlamentarischer Dialog mit gesundheitspolitischen Sprechern aller Fraktionen vereinbart.

 

Regionales Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes e. V.

In 2019 gründete das Deutsche Diabetes-Zentrum mit seinen Partnern das Regionale Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes e. V.. Die DDH-M LV NRW e. V. war eines der Gründungsmitglieder. Für den Landesverband NRW e. V. der DDH-M sind Joachim Kortheuer aus Grevenbroich als stellvertretender Vorsitzender und Norbert Kuster aus Bocholt als Kuratoriumsmitglied tätig. Als ein erster Schwerpunkt wurde ein Arbeitskreis „Psycho-Diabetologie“ gegründet, in dem aus dem Landesverband Sabine Härter aus Aachen und  Norbert Kuster aus Bocholt tätig sind. Ziel dieses Gremiums ist es, Vorschläge zur Verbesserung der psychosomatischen Behandlung bei Diabetikern zu erarbeiten.

Es wurde eine weitere Arbeitsgruppe gebildet, welche sich mit dem Thema Transition beschäftigt. Hierbei geht es um junge Menschen, welche gerade vom Diabetologen für Kinder und Jugendliche  zur Schwerpunktpraxis für Erwachsene wechseln. In diesem Zusammenhang treten oft spezifische Probleme auf.

Herr Prof. Meissner von der Uni-Klinik Düsseldorf konnte hier für das gemeinsame Projekt gewonnen werden. Dieses Projekt soll Anfang 2022 starten. Wir werden gesondert darüber berichten.

 

Diabetes – Info – Mobil

Mit Hilfe des Diabetes-Info–Mobils, ein zu einem mobilen Labor mit Sofortdiagnostik umgebauter Kleintransporter, klären wir die Menschen vor Ort über Diabetes auf und bieten ein Screening an. Durch einen Fragebogen wird ermittelt, welches Diabetesrisiko die Besucher haben. Bei einem hohen Risiko und/oder entsprechender Familienanamnese wird ein Blutzuckertest durchgeführt und der HbA1c-Wert bestimmt sowie Lipid-Werte ermittelt. Seit 2014 verfügt der Landesverband über zwei gleichwertig ausgestattete Fahrzeuge. Ziel ist die frühzeitige Entdeckung einer unbekannten Diabetes-Erkrankung. Zugleich erhalten die Betroffenen die Empfehlung, ärtzliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Leider konnten auch im Jahr 2021, wie schon im Jahr davor, wegen der Corona-Pandemie nur sehr wenige Einsätze gefahren werden. Der Landesverband hofft nach wie vor, gebuchte Termine demnächst nachholen zu können. Bei den wenigen Einsätzen konnten 28 Personen (8,5 %) ermittelt werden, die bereits behandlungsbedürftig erkrankt (Dunkelziffer), aber noch nicht in Behandlung waren.

 

Diabetes in Kitas und Schulen

Seit Juli 2019 wird dieses Projekt, das zuvor unter der Bezeichnung „DidS“ geführt wurde, in Kooperation mit der AGPD (Arbeitsgemeinschaft pädiatrischer Diabetologen), der IKK-Classik und dem Land NRW durchgeführt. Ziel ist hierbei die bessere Versorgung von an Diabetes erkrankten Kindern in Kitas und Schulen. Durch die finanzielle Unterstützung der IKK-Classik konnten wir einen Film erstellen lassen, der Erzieher:innen, Lehrer:innen und Betreuer:innen Lust auf eine Schulung zum Thema Diabetes machen soll. Für das vorletzte Jahr war schon eine Pressekonferenz mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angedacht, welche aus Pandemiegründen jedoch weiter verschoben werden musste.

Das Land NRW hat für dieses Projekt 2021 einen Betrag in Höhe von ca. 250.000 Euro zur Verfügung gestellt, der unter den Projektpartnern AGPD und dem DDH-M LV NRW e. V. aufgeteilt wird.

Durch die unbürokratische Hilfe ist diese Aktion ein voller Erfolg geworden und soll auch 2022 fortgeführt werden.

 

Reitercamp für an Diabetes erkrankte Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren

Zum ersten Mal hat der DDH-M Landesverband NRW in Kooperation mit dem VDBD dieses Reitercamp in Nottuln auf die Beine gestellt. Leider hatten wir für dieses Jahr nur 22 Plätze zur Verfügung. In nur drei Tagen haben sich über 400 Kinder aus dem In- und Ausland für das Camp beworben.  Das alleine zeigt schon die Wichtigkeit und Nachfrage nach solchen Projekten auf. Die Kinder lernten in einer Woche im Umgang mit Bewegung, Ernährung und den Pferden ihren Diabetes neu kennen. Sie fühlten sich „wahrgenommen“ und waren einmal unter ihresgleichen. Betreut wurden sie tagsüber von 8 Diabetesberater:innen und einer Nachtschwester, welche mit ihnen zusammen die Mahlzeiten berechneten, Katheterwechsel für die Insulinpumpe vornahmen, bei drohenden Unterzuckerungen schnell einschritten  und auch für alle anderen anfallenden Aufgaben zuständig waren. Am letzten Tag wurden die Eltern bei einem gemütlichen Abend über die Entwicklung ihres Kindes von der jeweils zuständigen Diabetesberaterin aufgeklärt, und jedes Kind bekam sowohl von der Reitschule, als auch von den Veranstaltern, ein Zertifikat und ein Erinnerungsfoto.

Das Fernsehen (WDR Lokalzeit Münsterland live) hat von dem Reitercamp einen Bericht gesendet. Das Team von DiabetesWebTV und die örtliche Presse haben hierüber berichtet. Auch Harry Wijnvoord  (TV-Moderator) und Helen Langenhanenberg (Gold Equipe Reiterin der Dressurmannschaft in Tokio) haben es sich nicht nehmen lassen, dieser Veranstaltung eine Wertschätzung zu erteilen.

Auch in 2022 möchten wir dieses Camp wiederholen. Vor dem Hintergrund der großen Nachfrage und des riesigen Erfolgs sollen dann zwei Camps stattfinden, an denen jeweils 35 Kinder teilnehmen können.

 

Leuchtfeuer der Hoffnung

Aus Anlass des Geburtstags von Sir Frederick Banting, der das Insulin entdeckte, wird jedes Jahr am 14. November der Weltdiabetestag begangen. Hierzu werden weltweit besondere Gebäude blau angestrahlt, um auf die „Volkskrankheit Diabetes“ aufmerksam zu machen.

In diesem Jahr hat sich der DDH-M Landesverband NRW  e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) dazu entschlossen, in Düsseldorf den Rheinturm, die Tonhalle und das Riesenrad erstrahlen zu lassen. Das Event begann mit einem Gesundheitstag, welcher von einigen prominenten Gästen unterstützt wurde. So waren Timur Oruc, Hockeynationalspieler, Andreas Petz, Triathlet des Teams Novo Nordisk, Heike Gebhard, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtages in NRW und Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf vor Ort.

Einen Tag vorher wurden in den Städten Aachen, Grevenbroich, Dormagen, Steinfurt, Borken und Bocholt blaue Beleuchtungen von historischen und bedeutenden Gebäuden vorgenommen. Diese wurden von den jeweiligen Selbsthilfegruppen vor Ort organisiert.

 

Parlamentarischer Lunchtalk

Am 10. November 2021 fand im Apollo Varieté-Theater in Düsseldorf ein Lunchtalk zum Thema „Versorgung von Pflegebedürftigen mit Diabetes – eine politische Herausforderung in Nordrhein-Westfalen“ statt. Dieser begann mit einem Grußwort der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Landtag von NRW, Heike Gebhard.

Dr. Young Lee-Barkey vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen gab einen Impulsvortrag zum Thema „Situation Diabetes-Pflege, ein Faktencheck“. Hieran schloss sich ein Vortrag des Landesvorsitzenden der DDH-M LV NRW e. V. zum Thema: „Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen mit Diabetes - Welche Anreize brauchen wir?“ an. Dr. Hansjörg Mühlen, Diabetologe aus Duisburg, rundete die Impulsreihe mit dem Thema „Umgang und Chancen mit neuen Technologien im Bereich Diabetes und Pflege“ ab.

In einer politischen Diskussionsrunde zur Versorgung von Pflegebedürftigen mit Diabetes-Möglichkeiten der politischen Unterstützung diskutierten Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Grünen), Josef Neumann (SPD), Marco Schmitz, (CDU) und Susanne Schneider (FDP).

Die Veranstaltung wurde von Dr. Nikolaus Scheper, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.  V., moderiert.

 

Pressekonferenz mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Herrn Karl-Josef Laumann, am 12. November 2021 in seinem Ministerium zum Thema: 30. Weltdiabetestag: Gesundheitsminister Laumann würdigt blaue Illumination Düsseldorfer Wahrzeichen

NRW-Gesundheitsminister Laumann betonte in dem Vortrag einmal mehr die sehr gute Arbeit der Selbsthilfe und bedankte sich bei unserem Landesvorsitzenden stellvertretend für alle Akteure im Ehrenamt für die geleistete Arbeit.

Prof. Dr. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstand des Deutschen Diabetes-Zentrums sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, nahm Stellung zur Versorgungsforschung im Bereich Diabetes in NRW. Dr. Jolanda Schottenfeld-Naor, diabetologische Schwerpunktpraxis Düsseldorf, gab einen Impuls zum Thema „Versorgungs-angebote für Diabetes bekanntmachen und weiterentwickeln“.

Dr. Olaf Spörkel, Leiter Nationales Diabetes-Informationszentrum und RIN e. V. am Deutschen Diabetes-Zentrum, hob noch einmal die Wichtigkeit der Information und Aufklärung über Diabetes hervor.

 

DIABETIKA

Im April 2018 hat der DDH-M LV NRW e. V. sehr erfolgreich eine interaktive Messe für Betroffene und Fachkräfte unter dem Namen DIABETIKA in Düsseldorf durchgeführt. An diesen Erfolg wollte der Landesverband bereits 2020 anknüpfen und hatte Räumlichkeiten in den Mercator-Hallen in Duisburg angemietet. Auch ein Alternativtermin in 2021 musste infolge der Gesamtsituation storniert werden. Der Landesverband bemüht sich nun um die Durchführung der DIABETIKA im Laufe des Jahres 2023. 

 

Mitgliedergewinnungsaktion:

Mit Unterstützung von Dr. Hansjörg Mühlen wurden Plakate und Aufnahmeflyer gedruckt, die in allen Schwerpunktpraxen in Nordrhein und Westfalen-Lippe ausgelegt werden sollen. Interessierte können noch vor Ort Mitglied werden. In Zukunft soll es aber auch hierfür einen QR-Code geben, um mit der digitalen Zeit zu gehen.

 

Diabetes Kardio-Diabetes-Netzwerk

Das Projekt wurde mit der Unterstützung von Stefan von Bandemer vom Institut für Arbeit und Technik des Landes NRW und Dr. Songül Secer, leitende Ärztin für Telemedizin bei der DEGEDI, umgesetzt.

Mitglieder der DDH-M LV NRW e. V. haben so die Möglichkeit, durch eine geschaltete Sonderrufnummer innerhalb von 14 Tagen einen Termin bei einem Kardiologen zu erhalten und hier im Hinblick auf kardiovaskuläre Risiken einen Check-Up durchführen zu lassen.

 

P-Sup Projekt

Hierbei handelt es sich um ein von der Uni Klinik Köln unter der Leitung von Dr. Marcus Redealli entwickeltes digitales Sportprogramm für an Diabetes Typ2 erkrankte Personen. Das Pilotprojekt läuft zunächst einmal befristet in NRW und wird vom Landesverband NRW e. V. der DDH-M tatkräftig unterstützt. Die Kosten für die Teilnahme tragen die Krankenkassen.

Den Teilnehmenden werden Übungen gezeigt, die sie dann einfach zu Hause durchführen können. Für Problemstellungen oder sonstige Fragen gibt es Sprechzeiten, um dieses mit dem Trainingspersonal oder den Ärzt:innen zu klären.

 

Diabetes und Zähne

Die Sektion Translationale Gesundheitsökonomie an der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde am Universitätsklinikum Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Stefan Listl führt gerade eine Studie zum Thema Zahnbehandlung bei Diabetikern durch. Ziel dieser Studie ist es, bestimmte Untersuchungen im Zahnbereich für Diabetiker später in die entsprechenden Versorgungsleitlinien aufnehmen zu lassen und dadurch eine bessere Versorgung im Bereich Zahn zu gewährleisten. Die DDH-M LV NRW e. V. hat hier nach Anfrage durch Herrn Prof. Listl seine Unterstützung zugesagt.

 

Zahngesundheits-App für Diabetiker

Auch dieses ist eine Studie der Uni-Klinik Heidelberg unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Listl. Es soll eine spezielle App entwickelt werden, die auf die Zahngesundheit für Diabetiker abzielt. Diana Drossel, Beauftragte für Menschen mit Sehbehinderung des Landesverbandes, unterstützt für die DDH-M LV NRW e. V. diese Studie.

 

Diabetes und Augen

Dieses Projekt der Firma Roche bezieht sich auf den Bereich Makuladegeneration im Auge. Betroffene berichten über Ihre Erfahrungen in diesem Bereich.

 

Diabetes 2030

Hierbei handelt es sich um die mögliche Versorgung von Diabetikern im Jahre 2030 .

Im September fand eine Veranstaltung in Berlin statt, die per Livestream übertragen worden ist. Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen und Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen sind hier federführend tätig.

In Zukunft ist geplant, eine kleine Expertenrunde zu bilden, der außer den beiden genannten Prof. Dirk Müller-Wieland (DDG), Dr. Jens Kröger (diabetesDE) und Norbert Kuster (DDH-M LV NRW e. V.) angehören werden, um Ideen zur besseren Versorgung zu erarbeiten.

In Zukunft soll es mehrere Veranstaltungen über das Jahr verteilt geben.

 

Kooperationsvertrag zwischen der DDF (Deutsche Diabetes Föderation ), dem DDH-M Bund und der DDH-M NRW

Im Juli 2021 haben sich die drei oben genannten Verbände dahingehend geeinigt, in Zukunft gemeinsam für die Betroffenen arbeiten zu wollen. So gab es bei der DDG-Herbsttagung im November 2021 in Wiesbaden zum ersten Mal einen gemeinsamen Stand, und es wurde schon ein gemeinsames Projekt in Angriff genommen. In Zukunft sollen Synergien gebündelt werden, um somit noch mehr für die Betroffenen umsetzen zu können.

 

Paco (Patientencoach)

Dieses ist ein gemeinsames Projekt  von DDF, DDH-M Bund und DDH-M LV NRW e. V.. Gut eingestellte Diabetiker sollen Diabetiker unterstützen, welche Probleme in der Bewältigung ihres Diabetes-Alltages haben. Hierbei ist ganz klar definiert, dass es nicht zu einer medizinischen Beratung kommen darf; dieses obliegt dem Diabetologen. Zurzeit wird ein Curriculum erstellt, um die Grundlagen für die Ausbildung zum Paco zu regeln, da die Schulung einheitlich sein muss. Ein mittelfristiges Ziel ist die Ausbildung von 400 Pacos über ganz Deutschland verteilt.

  

Interessenvertretung

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe auf Landesebene ist die Interessen-vertretung bei der Gesetzgebung und den Institutionen, die über die Versorgung der Diabetiker im Lande entscheiden. Damit der Landesverband effektiv arbeiten und die berechtigten Ansprüche der Betroffenen wirkungsvoll einordnen kann, ist es erforderlich, dass eine große Anzahl Mitglieder dem Verband den Rücken stärkt. Mitgliederschwache Verbände haben kaum eine Chance, Ansprüche erfolgreich einzufordern.

Viele Projekte, Veranstaltungen und Aktivitäten könnten ohne Fördergelder und Spenden nicht durchgeführt werden. Der Landesverband NRW der DDH-M ist daher allen Förderern, die ihn im Jahr 2021 unterstützt haben, sehr dankbar.

 

Folgende Unterstützung haben wir im Jahre 2021 erhalten:

Pauschalförderung Teil 1                               57.000,00

Pauschalförderung Teil 2                               11.930,80

Projektförderung                                          93.507,05

Unterstützung und Spenden                          38.120,00

Förderbeiträge                                             23.908,42

 

Fazit:

Auch im Jahre 2021 konnte der Landesverband NRW trotz der Corona-Pandemie Projekte begleiten oder neue durchführen. Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft, uns Gehör sowohl in der Politik als auch bei den Institutionen und Verbänden zu schaffen.

Wir leisten unsere Arbeit ehrenamtlich. Wenn wir alle an einem Strang ziehen und alle ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen sich in diesem Sinne auf den Weg machen, dient es dem Wirken des Landesverbandes zum Wohle der Betroffenen und der gegenseitigen Unterstützung aller im Verband ehrenamtlich Aktiven. Der Landesvorstand bedankt sich daher für die im Jahr 2021 geleistete gute Zusammenarbeit und das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

 

Duisburg, im Januar 2022

gez. Norbert Kuster
Geschäftsführer und Landesvorsitzender