(Gesundheits-) Selbsthilfe im Wandel

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Vom Erfahrungsaustausch zur Interessenvertretung
 
Wie die Diabetestherapie unterliegt auch die Selbsthilfearbeit dem Wandel. Immer mehr Betroffene sehen in der Selbsthilfe zunehmend eine Art „Gewerkschaft“, die ihre Interessen auch politisch vertreten soll. Martin Hadder, der Vorsitzende des Landesverbandes NRW der DDH-M, zeigt am Beispiel von NRW, wie das gehen kann, aber auch, dass politische Einflussnahme einer höheren Mitgliederstärke bedarf.
 
Bestand noch vor wenigen Jahrzehnten die Hauptaufgabe der Selbsthilfe im Erfahrungsaustausch und der Beratung im Umgang mit der Erkrankung im Alltag, sind seit der ersten Gesundheitsreform 1993 die Aufgaben in der Selbsthilfe umfangreicher geworden. Soziale Themen treten immer häufiger in den Fokus der Selbsthilfearbeit. Zudem hat sich auch die Medienlandschaft in den letzten Jahren enorm gewandelt. Zu Problemen in der Versorgung und zum Krankheitsbild sind häufig sehr unterschiedliche Stellungnahmen und Informationen veröffentlicht, die nicht immer für die individuellen Probleme der Betroffenen zutreffend sind.
 
Bei der Informationsflut in vielen Medien ist die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) mit ihrer Betroffenenkompetenz ein verlässlicher Ratgeber. Vorrangiges Ziel der DDH-M ist es, seine Mitglieder immer aktuell über Änderungen aufzuklären und sich dafür einzusetzen, dass an Diabetes erkrankte Menschen auch zukünftig am medizinischen Fortschritt in Deutschland teilhaben können und ihnen damit eine hohe Lebensqualität ermöglicht wird.
 
Selbsthilfe ist auch Interessenvertretung
 
Berechtigterweise fordern Betroffene die Vertretung ihrer Interessen beim Gesetzgeber und bei den Versorgungseinrichtungen. Bekanntlich fallen Entscheidungen über die Versorgung nicht nur im Bundesgesundheitsministerium. Viele therapiebezogene Entscheidungen fallen auf Landes- bzw. regionaler Ebene. Nur ein mitgliederstarker Verband ist daher in der Lage, wirkungsvoll die Interessen der Betroffenen zu vertreten bzw. Einfluss zu nehmen. Diabetiker, die auch zukünftig eine bestmögliche Versorgung und eine hohe Lebensqualität wünschen, und von der DDH-M eine wirkungsvolle Einflussnahme erwarten, sollten daher Mitglied in ihrem Landesverband werden.
 
Der Landesverband NRW e.V. der DDH-M ist ein Beispiel dafür, was Selbsthilfe erreichen kann, wenn sie die regionalen Strukturen nutzt und mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenarbeitet.
 
Landesverband NRW leistet Pionierarbeit
 
Der Landesverband NRW e.V. der DDH-M verfügt über ein fast flächendeckendes Netz an Selbsthilfegruppen, in denen ca. 300 ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort ihre Hilfe anbieten. Unterstützung in seiner Arbeit erhält der Landesverband dabei von einem Fachbeirat, der aus kompetenten Therapeuten aller Bereiche der Diabetikerversorgung besteht.
 
Viele Gespräche und Kooperationen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass drängende Probleme nur in Zusammenarbeit mit den regionalen Politikern, Ärzten, Diabetesberaterinnen, Apothekern und anderen Berufsgruppen und deren Verbänden, die in der Versorgung der Diabetiker tätig sind, gelöst werden können. Gemäß dem Slogan „Gemeinsam erreichen wir mehr“ konnten viele Projekte und Aktionen initiiert werden, die nur mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden umsetzbar sind. Damit leistet der DDH-M Landesverband NRW bei dem Bemühen, die Krankheit selbst in die Hand zu nehmen, nach wie vor Pionierarbeit. Er ist in NRW die einzige Selbsthilfeorganisation, die den Betroffenen ihre Hilfe anbietet und in der Politik sowie bei den Institutionen zum Thema Diabetes Anhörung findet.
 
Beispielhaftes Präventionsprojekt
 
So ist der Landesverband NRW e. V. der DDH-M auch landesweit beratend und präventiv unterwegs mit seinem Diabetes-Info-Mobil, das die Möglichkeit einer Sofortdiagnostik hat, um die Menschen in ihrem Alltag zu beraten und für die Volkskrankheit Diabetes zu sensibilisieren. Zusätzlich führt der Landesverband in den kommenden vier Jahren gemeinsam mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein bundesweites Projekt „Diabetesberatung auf Rädern“ durch, das u. a. auch vom Bundesgesundheitsministerium gefördert wird.
 
Damit wir zukünftig mehr erreichen und die Interessen der Betroffenen wirksam vertreten können, werben auch Sie Mitglieder für Ihren Landesverband. Reden Sie auch mit bekannten und befreundeten Diabetikern und empfehlen ihnen eine Mitgliedschaft in ihrem Landesverband.
 
Martin Hadder
Landesvorsitzender
DDH-M Landesverband NRW e.V.
 

So einfach werden Sie Mitglied:

Bitte Antrag ausdrucken und ausgefüllt und unterschrieben an die Landesgeschäftsstelle (aufgedruckte Adresse) senden.

   Aufnahmeantrag