Aktuelles

Patienten-Befragung bzgl. Versorgung Diabetes mellitus Typ 2

 

AG Kardio-­Metabolische Versorgungsforschung

Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar (ÄD: Prof.Dr.M.Halle) Prof.Dr.S.Jacob POST: Kardio-Metabolisches-Institut Brombeerweg 6 78048 Villingen-Schwenningen Tel 07721 504 388 Fax 07721 504 389 kardio-metabolisches-institut@online.de

Betrifft: Patienten-Befragung bzgl. Versorgung Diabetes mellitus Typ 2

Sehr geehrter Patient,

die Behandlung des Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Herausforderung. Eine gute und sichere Einstellung der kardiometabolischen Risikofaktoren ist in der Praxis nicht immer einfach zu erreichen. Viele Faktoren spielen hier mit. So auch der „Faktor-Patient“.

Wir aus der Arbeitsgruppe kardio-metabolische Versorgungsforschung an der TUM in München führen derzeit im Rahmen einer Dissertation eine Befragung von Patienten und Ärzten durch, um die Probleme in der Praxis genauer zu erfassen. Dies wollen wir in den Monaten JUNI bis AUGUST 2013 tun.

Eine solche Befragung leistet einen wertvollen Beitrag zur Studienlage bezüglich der Versorgung von Menschen mit Diabetes. Diese Versorgung ist aufgrund der Entscheidungen in politischen Gremien wie dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zunehmend gefährdet, weil neuen Medikamenten mit innovativen Substanzen bei ungenügender Studienlage kein Zusatznutzen attestiert wird, und diese Medikamente in Deutschland dann nicht verordnet werden dürfen. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Patienten sich an dieser Befragung beteiligen.

Bitte schicken Sie uns die Fragebögen an die o.g. Adresse ... Danke! Wir bedanken uns SEHR! Für Ihre Unterstützung!

Herzliche Grüße!

Ihre

 

 Prof.Dr.S.Jacob    und    Prof.Dr.M.Halle


Fragebogen


Diabetes Typ 1 kündigt sich durch Antikörper an


Diabetes Typ 1 kündigt sich durch Antikörper an
- Bluttest ermöglicht vorbeugende Behandlung

München/Berlin – In welchem Alter bei einem Kind ein Diabetes mellitus Typ 1 ausbricht, lässt sich jetzt erstmals genau abschätzen. In der größten internationalen Studie dieser Art fanden Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München heraus: An Diabetes Typ 1 erkranken junge Menschen innerhalb von maximal 20 Jahren nach dem ersten Auftreten sogenannter multipler Antikörper im Blut – je nach individuellen Eigenschaften früher oder später. „Unsere Erkenntnisse erlauben es, die Diagnose Diabetes Typ 1 zu stellen, noch bevor die Krankheit sich klinisch zeigt“, sagt Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler aus dem Vorstand der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Die frühe Erkennung biete auch Chancen für verbesserte und vorbeugende Therapien.

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung und bricht meist im Kindes- und Jugendalter aus: Die körpereigene Abwehr zerstört Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren. Dadurch kann der Körper den Blutzucker nicht mehr regulieren und die Betroffenen müssen lebenslang Insulin spritzen. Indikatoren des Angriffs auf die Bauchspeicheldrüse sind Abwehrstoffe, die sich im Blut bilden. „Diese Autoantikörper entwickeln sich oft schon viele Jahre vor Ausbruch des Diabetes und kündigen ihn auf diese Weise an“, berichtet Ziegler. „Einige Kinder haben bereits im Alter von drei Jahren verschiedene Autoantikörper im Blut.“ Die Institutsdirektorin begleitet in den Studien „BABYDIAB“ und „BABYDIET“ von Geburt an Kinder von Diabetikern, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. 

Ihre jüngste Auswertung ist jetzt im Journal of the American Medical Association (JAMA) erschienen. Dafür haben Ziegler und ihre Co-Autoren ihre Arbeiten mit zwei ähnlichen Studien aus Finnland und den USA kombiniert und so Daten von insgesamt 13 777 Kindern über einen Zeitraum von 20 Jahren verglichen. Mehr als 1000 Kinder entwickelten Antikörper. Bei 585 ließen sich mehr als ein Typ von Antikörpern nachweisen. Von diesen Kindern erkrankten 70 Prozent in den folgenden zehn Jahren an einem Diabetes Typ 1. „Nach 15 Jahren waren es bereits 85 Prozent, zum Ende der Beobachtungszeit nahezu 100 Prozent“, berichtet Ziegler. Kinder ohne Antikörper erkranken fast nie an einem Typ-1-Diabetes – das Zehn-Jahresrisiko betrug bei ihnen 0,4 Prozent.  

„Die Studie belegt, dass der Ausbruch einer Diabetes-Erkrankung häufig vorhersehbar ist“, sagt DDG-Präsident Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. Der Nachweis der Antikörper biete eine Möglichkeit zur frühen Diagnose des Typ 1 Diabetes. Die Diagnose eines Prädiabetes könnte darüber hinaus neue Ansatzpunkte für eine Therapie ergeben, hofft Siegel. „Wir wissen heute, dass die Inselzellen nicht von heute auf morgen zerstört werden.“ Der feindliche Angriff des Immunsystems ziehe sich vermutlich über Wochen bis Jahrzehnte hin. „In dieser Zeit könnte eine Chance bestehen, wenigstens Teile der körpereigenen Insulinproduktion zu erhalten und die überschießende Immunreaktion zu kontrollieren“, ergänzt Professor Dr. med. Ezio Bonifacio vom Forschungszentrum für Regenerative Therapien an der Technischen Universität Dresden, das an der Studie beteiligt ist. 

Behandlungen mit antigen-basierter Immuntherapie werden derzeit bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Antikörpern erprobt. „Diabetes ist eine epidemisch um sich greifende Erkrankung. Sie steht deshalb im Fokus unserer Forschung“ so Professor Dr. rer. nat. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. „Die Ergebnisse internationaler Studien zu diesem Thema zu vereinen, bringt eindeutigen Erkenntnisgewinn auf dem Weg zur personalisierten Medizin.“

Reihenuntersuchungen bei Kindern auf Antikörper wären durchaus sinnvoll, folgert  Ziegler: „Wenn wir durch Screenings die Antikörper-Träger identifizieren, ließen sich bereits jetzt schwere Stoffwechselentgleisungen verhindern.“ Aufgrund der neuen Erkenntnisse ließe sich Diabetes Typ 1 zukünftig in Krankheitsstadien einteilen und schon im präklinischen Stadium behandeln, meint Ziegler: „Wir wissen jetzt, ab wann die Uhr der Krankheit tickt und dass es keinen Weg zurück gibt – es sei denn, wir greifen wirksam vorbeugend ein.“

 

Quelle:

Anette-G. Ziegler, Marian Rewers, Olli Simell, Tuula Simell, Johanna Lempainen, Andrea Steck, Christiane Winkler, Jorma Ilonen, Riitta Veijola, Mikael Knip, Ezio Bonifacio, George-S. Eisenbarth

Seroconversion to multiple islet autoantibodies and risk of progression to diabetes in children (JAMA 2013, im Druck)




Leistungssportler mit Diabetes gesucht!

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf untersucht die Stoffwechseleinstellung von Menschen mit Diabetes, die Leistungssport treiben. Definiton: Training an mindestens 3-4 Tagen pro Woche mit einem Umfang von mindestens 4 Stunden/Woche mit dem Ziel der Wettkampteilnahme oder der Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit

Für diese Untersuchung werden noch Teilnehmer gesucht, die gebeten werden, den nachfolgenden Fragebogen auszufüllen. Der Fragebogen kann im PDF-Dokument ausgefüllt und als Email zurückgeschickt werden (karsten.muessig@ddz.uni-duesseldorf.de) oder auch per Post an: Prof. Dr. Karsten Müssig, Deutsches Diabetes-Zentrum, Auf’m Hennekamp 65, 40225 Düsseldorf.

Anmerkung:  Falls Sie das nachfolgende – uns zur Verfügung gestellte – PDF Dokument anzeigen / bearbeiten möchten und für den Aufruf dieser Seite nicht den Microsoft Internet Explorer verwendet haben, kann die Darstellung unter Umständen fehlerhaft sein. Rufen Sie in diesem Fall bitte diese Seite erneut unter Verwendung des Microsoft Internet Explorers auf.




Gerhardt Katsch-Medaille 2013 - Ehrung für einen „stillen Helden“

Bild von Albert Pollak während seiner RedeAuf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Leipzig wurde Albert Pollack die Gerhardt Katsch-Medaille 2013 für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Diabetes-Selbsthilfe verliehen. Für ihn war es eine „Würdigung aller Menschen mit Diabetes“.

Mit dieser Auszeichnung ehrt die DDG Menschen, die sich um das Wohl von Menschen mit Diabetes verdient gemacht haben. DDG-Präsident PD Dr. Erhard Siegel hob in seiner Laudatio vor allem die humanistische Denkweise von Albert Pollack hervor. Das „Mensch sein“ steht für ihn im Mittelpunkt, alles Egoistische ist ihm fremd. Als der seit seinem 19. Lebensjahr Betroffene 2009 einen Vorstandsposten für die Selbsthilfe in diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, dem Dachverband, in dem Behandler, Schulungsberufe und Betroffene organisiert sind, übernahm, hatte er schon lange eine Diabetiker-Selbsthilfegruppe in seinem Heimatort Hungen (Hessen). Albert Pollack nimmt die Nöte der Betroffenen an. In vielen Einzelgesprächen setzt er sich für ihre Belange ein und bringt ihnen die Vorzüge einer starken Selbsthilfeorganisation nahe, selbstlos und unerschütterlich. Selbsthilfe gehört für ihn als fester Bestandteil des Gesundheitswesens in unsere Gesellschaft und sieht er als gewinnbringend für die eigene Lebensqualität an.

Große Worte und Gesten liegen dem Geehrten nicht. Er steht auf dem Standpunkt, dass diese Medaille nicht ihm, sondern allen Menschen mit Diabetes gebühre. Das macht ihn zum „stillen Helden“, so der DDG-Präsident. So wundert es nicht, dass Albert Pollack auch seine eigene Ansprache auf die „Sache“ reduziert. Sein Appell ist klar, als er die Bitte äußert, dass „wir alle unsere Empfindlichkeiten ein wenig hintanstellen und für die große Sache arbeiten“, und dies, so sagt er offen, mit Ehrlichkeit und Zusammenhalt. ub

Bild von Nicole Mattig-Fabian, Albert Pollak und PD Dr. Erhard Siegel Bild der Katsch-Medaille

Fotos: © deckbar/K.I.T. Group
v.l. Nicole Mattig-Fabian (diabetesDE), Albert Pollack, PD Dr. Erhard Siegel
Albert Pollack
Gerhardt Katsch-Medaille 2013




Demonstration für eine Nationale Diabetes-Strategie am 11. Juni 2013 in Berlin

 

 

Demonstration für eine Nationale Diabetes-Strategie am 11. Juni 2013 in Berlin
Diabetes STOPPEN – jetzt!  Wir rufen die Politik zum Handeln auf!

Berlin – Diabetes-Verbände, Menschen mit Diabetes, ihre Behandler und Berater demonstrieren gemeinsam am Dienstag, den 11. Juni 2013 von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr  im Berliner Regierungsviertel für eine Nationale Diabetes-Strategie für Deutschland. Unter dem Motto „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ rufen die Verbände diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) und die beiden bundesweiten Selbsthilfeorganisationen Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) und Deutscher Diabetiker Bund (DDB) Ärzte, Berater, Betroffene und Interessierte auf, sich zu beteiligen. Mit der Demonstration wollen sie gemeinsam auf die von der Politik unterschätzte Volkskrankheit Diabetes  und die Defizite in der Früherkennung, Versorgung und Forschung aufmerksam machen. Sechs Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell betroffen, täglich kommen fast 1 000 Neuerkrankungen hinzu.

„Zucker ist nicht süß! Pro Stunde sterben drei Menschen an Diabetes. Jährlich gibt es 40 000 diabetesbedingte Amputationen und 2 000 Neuerblindungen. Schon jetzt entstehen pro Jahr 48 Mrd. Euro an Kosten für das Gesundheitssystem. Wenn die Politik jetzt nicht handelt, werden wir uns auf Dauer die Versorgung dieser chronisch Kranken nicht mehr leisten können. Wir brauchen eine Nationale Diabetes-Strategie!“, fordert Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. 17 von 27 europäischen Ländern haben bereits einen Nationalen Diabetes-Plan, Deutschland hat diesen noch nicht. Ziel der politischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ ist es, das Thema Diabetes im Bundestagswahljahr auf die politische Agenda  zu bekommen und Bundeskanzlerin Merkel auf die Defizite in Früherkennung, Versorgung und Forschung aufmerksam zu machen. Auf der Kampagnenwebsite www.diabetes-stoppen.de, auf der man sich Termine mit seinem Wahlkreisabgeordneten machen kann,  können auch  E-Cards mit den Motiven „Zucker ist nicht süß“, „Blut lügt nicht“, „Bis dass der Tod uns scheidet“ an die Bundeskanzlerin gesendet werden. 

Als symbolischer Akt wird auf der Demo ein überdimensionaler „Zuckerberg“ den Demonstrationszug anführen. An die Teilnehmer werden gratis Protest-T-Shirts, Trillerpfeifen und Merkel-Masken ausgegeben, solange der Vorrat reicht. 

 

Veranstaltungstermin:

Demonstration „Diabetes STOPPEN –- jetzt!“
Termin:
Dienstag, 11. Juni 2013, 15.00 bis 17.00 Uhr
Treffpunkt: Reinhardstr./Ecke Schiffbauerdamm, 10117 Berlin vor dem Haus der Bundespressekonferenz

zum Ablaufplan

 

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Antwortformular:

 

O Ich möchte ein Interview mit ________________ führen. Bitte stellen Sie den Kontakt her.

O Bitte informieren Sie mich kontinuierlich über Themen von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

 

Ich bin besonders interessiert an folgenden Themen:

O Gesundheitspolitik

O Stoffwechselerkrankungen

O Ernährung

 

O Bitte schicken Sie mir keine Infos mehr zur Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ und zu diabetesDE zu.

 

Meine Kontaktdaten:

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Ihre Kontakte für Rückfragen:

 

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Nicole Mattig-Fabian (Geschäftsführung)

Reinhardtstraße 31

10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 201677-12

Fax: +49 (0)30 201677-20

E-Mail: mattig-fabian@diabetesde.org

www.diabetesde.org
www.deutsche-diabetes-hilfe.de




Insulinanaloga

Insulinanaloga

G-BA zieht Festbetragsbeschluss zurück

Am 19. April 2013 zog der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seinen im Februar 2013 getroffenen Beschluss, Festbetragsgruppen für Human- und Analoginsuline zu schaffen, zurück, nachdem das Bundesgesundheitsministerium (BMG) diesen beanstandet hatte.

Der Beschluss vom 21. Februar lautete, drei Festbetragsgruppen für kurz wirksame, langwirk-same Insuline und Mischinsuline bilden zu wollen. Die damit verbundene Änderung der Arz-neimittelrichtlinie zur Festbetragsgruppenbildung und Aktualisierung von Vergleichsgrößen und Verordnungseinschränkungen und –ausschlüsse zu Humaninsulin und Analoga wurde jedoch nach nochmaliger Prüfung vom G-BA im April 2013 zurückgenommen. Eine solche Rücknahme, die Festbetragsregelung betreffend, ist bisher einmalig.

Vorab Kritik von DDG und Selbsthilfe

Die Festbetragsregelung hätte bedeutet, dass Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 den Differenzbetrag zum Humaninsulin für ihre Therapie mit den aus Sicht der Deutschen Diabe-tes-Gesellschaft (DDG) in vielen Fällen vorteilhaften Insulinanaloga hätten zuzahlen müssen. Die DDG hatte daher deutliche Kritik am Beschluss des G-BA geübt. Auch Patientenvertreter hatten ihren Unmut über diese Regelung bekundet.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte bei der Beanstandung des G-BA-Beschlusses durch sein Ministerium die nahezu flächendeckend abgeschlossenen Rabattver-träge der Krankenkassen im Blick und schätzt somit die möglichen Einspareffekte durch einen solchen Beschluss nur gering ein.

Damit ist gewährleistet, dass Betroffene ihr gewohntes Insulinpräparat wie bisher weiterhin nutzen können. ub




Kundgebung Diabetes STOPPEN jetzt! am 9.5.2013 in Leipzig

Nach den letzten G-BA Beschlüssen zu Linagliptin, Dapaglifozin und den Festbeträgen der Insuline, die eine weitere Einschränkung der Versorgung von Menschen mit Diabetes bedeuten, möchte diabetesDE zusammen mit DDG und VDBD und beiden (!) Betroffenenverbänden (DDH-M und DDB) den Diabetes-Kongress in Leipzig nutzen, um zu demonstrieren.

Unter dem Motto „Diabetes STOPPEN –Jetzt!“  wollen wir den Himmelfahrtsfeiertag nutzen, möglichst viele Ärzte, Berater  und Patienten zu mobilisieren, um auf die Defizite in der Versorgung und Forschung aufmerksam zu machen. Treffpunkt wird am 9. Mai um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz in Leipzig sein.  Die ersten 500 Teilnehmer erhalten ein Protest-T-Shirt, wir werden bei der Kundgebung auch Betroffene zu Wort kommen lassen, die von den Versorgungseinschränkungen betroffen sind. Und wir werden für die Medien ein paar attraktive Motive in petto haben, die unseren Unmut gegenüber der Politik auch visuell zum Ausdruck bringen.  

Wir rufen im Diabetes-Journal (und anderen Medien) dazu auf. Für diese Demo ist der Schulterschluss der DDH-M mit dem DDB besonders wichtig. Wir müssen so viele Betroffene wie möglich mobilisieren. Slogans für Transparente sind jederzeit willkommen.

Wer teilnehmen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

DDH-M / diabetesDE

 




Kampagne „NRW braucht PTA!“

48.000 Unterschriften für tragfähiges Ausbildungskonzept für PTA

Die Ausbildung der Technischen Assistenz – Berufe werden in Nordrhein-Westfalen an öffentlichen Berufskollegs, an denen kein Schulgeld für die berufliche Erstausbildung zu entrichten ist, durchgeführt. Es gibt bisher nur eine Ausnahme: Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) werden immer noch an PTA-Schulen ausgebildet, weil es die Landesregierung so vorsieht. Mit einer zum Teil drastischen Erhöhung des Schulgeldes, das die PTA-Schülerinnen und -Schüler selbst zahlen müssen, stößt das bisherige Ausbildungsmodell an seine Grenzen. Die Apotheker fürchten um ihren Nachwuchs. Mit der Kampagne „NRW braucht PTA!“ sammelten sie 48.000 Unterschriften für die Forderung an die Landesregierung, die PTA-Ausbildung künftig an öffentliche Berufskollegs zu verlagern. Diese überreichten die PTA-Schülerinnen und -Schüler mit einer Petition am 20. März 2013 an Schulministerin Sylvia Löhrmann und Gesundheitsministerin Barbara Steffens und demonstrierten vor dem Landtag in Düsseldorf für eine sozial gerechte Umstrukturierung ihrer Ausbildung.

Der DDH-M Landesverband NRW e.V. unterstützt diese Forderung, da eine gute Beratung in den Apotheken vor Ort nur dann gewährleistet sein kann, wenn kompetent ausgebildete Fachkräfte diese Beratung durchführen. Voraussetzung dafür ist eine fachliche Ausbildung, für die die entsprechenden Grundlagen vorhanden sein müssen.

Alle Hintergrundinformationen finden Sie hier:   

Stellungnahme der Apothekerverbände

Presseerklärung der Apothekerverbände
 

 




G-BA entscheidet gegen Therapiesicherheit und Patientenbedürfnisse

Stellungnahme

von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M)

zur Kritik am G-BA- Entscheid vom 21.2.2013 zur Nutzenbewertung des DDP-4-Hemmers Linagliptin

  1. G-BA entscheidet gegen Therapiesicherheit und Patientenbedürfnisse

diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und ihre Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) teilen die Einschätzung des G-BA vom 21.2.2013, der DDP-4-Hemmer Linagliptin hätte generell keinen Zusatznutzen, in keiner Weise. Wie diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe in der vorangegangenen Stellungnahme vom 20.12.2012 detailliert ausgeführt hat (1), ist der Wirkstoff sehr therapiesicher und weist im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen ein geringes Risiko auf, dass Patienten unterzuckern. Diese Hypoglykämien sind gefährliche und potenziell tödliche Behandlungszwischenfälle. Bei schwerem Verlauf fügen sie dem Patienten erhebliches Leid zu. Vergleichsstudien (4) belegen, dass DPP4-Hemmer das Risiko für Hypoglykämien senken. Aus Sicht von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe gibt es keinen Zweifel am Zusatznutzen der DPP4-Hemmer, sie stellen eine eindeutig sicherere und verträglichere Alternative zu den kostengünstigeren Sulfonylharnstoffderivaten dar.

Wie der Hersteller nun bereits angekündigt hat, wird er das Medikament Trajenta® mit dem Wirkstoff Linagliptin in Deutschland nicht vertreiben. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe geht davon aus, dass dieser Entscheid des G-BA wegweisend ist und das Aus der gesamten Substanzklasse der DPP4-Hemmer nach sich ziehen wird. Davon wären bis zu geschätzt 880 000 (IMS Daten) Patienten in Deutschland betroffen, die nun auf eine weniger sichere Therapie umgestellt werden müssten.

Auch aus sozialen Gesichtspunkten ist der G-BA-Entscheid zu kritisieren, denn Linagliptin und andere DPP-4-Hemmer sind in besonderer Weise geeignet für Menschen mit Diabetes, die sicherheitssensible Berufe ausüben. Nicht berücksichtigt wurde z.B. die EU-Richtlinie für Berufskraftfahrer 2009 / 112 +113/EG (3) , die u.a. besagt, dass Kraftfahrer mit Sulfonylharnstoff oder Insulintherapie regelmäßig und im Berufsalltag mehrfach täglich den Blutzucker kontrollieren müssen, um Hypoglykämien zu vermeiden. Da dies bei vielen Kraftfahrern im Berufsalltag unrealistisch ist, würde die Umstellung der Therapie von den DDP-4-Hemmern auf Sulfonylharnstoffe bei vielen Betroffenen zum Verschweigen der Krankheit, ggfs. zu ungenügendem Verfolgen der aktuellen Blutzuckersituation bzw. zum Jobverlust führen können. Dies gilt auch für Berufstätige, die Maschinen bedienen müssen oder Aufsichtsfunktionen haben. Hier kann eine durch Unterzucker verursachte Schwäche nicht nur das Leben des Betroffenen, sondern auch das anderer Mitmenschen in Gefahr bringen.

Für die behandelnden Ärzte hätte eine Massentherapieumstellung von geschätzten bis zu 880 000 Millionen Menschen möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen: die behandelnden Ärzte sind verpflichtet, bei der Sulfonylharnstofftherapie über die Gefahr von Hypoglykämien und Wahrnehmungsstörungen detailliert aufzuklären. Sollte es infolge der Therapie mit Sulfonylharnstoffen bei Berufskraftfahrern zu Unfällen kommen, könnten Ärzte von Betroffenen evtl. in Regress genommen werden.

Deutschland wäre auch das einzige europäische Land, das seinen Patienten die bewährte innovative Therapie mit Linagliptin und möglicherweise anderen Gliptinen verweigert. Die Entscheidung des G-BA (2) ist unserer Auffassung nach weder aus wissenschaftlichen, noch aus ethisch-sozialen Gründen nachvollziehbar. Eine Umstellung der Betroffenen auf eine Therapie mit den weit verbreiteten Sulfonylharnstoffen oder Insulin birgt nachweislich die Gefahr von Unterzuckerungen. Im Übrigen ist eine Nutzenbewertung der Vergleichstherapie mit Sulfonylharnstoffen im IQWiG bislang nie vorgenommen worden. Wir verwehren uns entschieden dagegen, dass hier ein Preiskampf auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird und finanzielle Aspekte über Patientenbedürfnisse gestellt werden.

Des Weiteren verweisen wir auf die Stellungnahme der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zum IQWiG-Bescheid vom 06.12.2012 (5) und zum Entscheid des G-BA vom 21.2.2013 (6).

27.02.2013 

 

Prof. Dr. med Thomas Danne
Vorstandsvorsitzender
diabetesDE- Deutsche Diabetes-Hilfe

Priv.-Doz. Dr. Christian Berg
stellv. Vorstandsvorsitzender
Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) 

Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost
Vorstand und Leiter Ressort Wissenschaft
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe 

 

 

Quellen:

  1. http://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/diabetesde_bezieht_stellung/politische _stellungnahmen/nutzenbewertung_von_linagliptin_durch_den_g_ba_31212/
  2. http://www.g-ba.de/downloads/39-261-1654/2013-02-21_AM-RL-XII_Linagliptin.pdf
  3. Amtsblatt der Europäischen Union vpm 26.8.2009, L 223/33: Richtlinie 2009/113/EG DER KOMMISSION vom 25. August 2009 zur Änderung der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den Führerschein, Anhang III, 2. Nummer 10 „Zuckerkrankheit“.
  4. Gallwitz B, Rosenstock J, Rauch T, Bhattacharya S, Patel S, von Eynatten M, Dugi KA, Woerle HJ. 2-year efficacy and safety of linagliptin compared with glimepiride in patients with type 2 diabetes inadequately controlled on metformin: a randomised, double-blind, non-inferiority trial. Lancet. 2012;380(9840):475-83
  5. http://www.deutsche-diabetes- gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Stellungnahme_DDG_IQWiG_ 2012_12_06.pdf

http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/stellungnahmen/stellungsnahme- detailansicht/article/stellungnahme-der-ddg-zur-nutzenbewertung-von-linaglitpin- durch-den-gemeinsamen-bundesausschuss- gba.html?cHash=0943a0f7f77ac15d9ae6df3d4dd0710c




Neue Praxisempfehlung zur diabetischen Neuropathie

Deutsche Diabetes Gesellschaft aktualisiert Praxisempfehlungen

Berlin – Die Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erscheinen in diesem Jahr mit einem neuen Kapitel zur diabetischen Neuropathie. Darin erläutern die Autoren unter anderem Maßnahmen, mit denen die Schmerzen einer diabetesbedingten Nervenschädigung wirkungsvoll verringert werden können. Darüber hinaus haben Experten die Kapitel „Diabetes und Schwangerschaft“ sowie „Gestationsdiabetes mellitus“ überarbeitet. Die Praxisempfehlungen erscheinen jährlich in der Zeitschrift „Diabetologie und Stoffwechsel“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) und richten sich vor allem an praktisch tätige Diabetologen aber auch Allgemeinmediziner, Neurologen, Schmerztherapeuten und Gynäkologen. Interessierte können die Praxisempfehlungen ebenfalls im Internet abrufen.

„Die Praxisempfehlungen sind eine nützliche Hilfe für die praktische ärztliche Tätigkeit“, sagt Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. „Sie vermitteln den neuesten Stand in Diagnostik und Therapie des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen für jedes Lebensalter.“ Als Grundlage dienten die evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft und die evidenzbasierten nationalen Versorgungsleitlinien.

Nach längerer Unterbrechung konnte in diesem Jahr erstmals wieder eine Praxisempfehlung zur Neuropathie, einer diabetesbedingten Nervenschädigung, aufgenommen werden. „Etwa 13 bis 26 Prozent der Menschen mit Diabetes weisen eine schmerzhafte Neuropathie auf“, erläutert das Autorenteam um Professor Dr. med. Dan Ziegler vom Institut für Klinische Diabetologie, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der Bedeutung dieses Themas angemessen, behandeln die Autoren auf zehn Seiten alle Aspekte der peripheren und autonomen diabetischen Neuropathien von Definition und Risikofaktoren über Screening, Basis- und weiterführende Diagnostik bis hin zu Differentialdiagnosen und Behandlungsstrategien. Die periphere Neuropathie macht sich häufig durch schmerzhafte Gefühlsstörungen an Armen und Beinen bemerkbar, bei der autonomen Neuropathie geraten etwa das Tempo des Herzschlags oder die Magen-Darm-Bewegungen aus dem Takt.

„Besonders hilfreich für den ärztlichen Alltag dürften die übersichtlich aufbereiteten Praxistools im Anhang des Neuropathie-Kapitels sein“, betont Stephan Matthaei. Hier geben die Autoren in Form von Fragebögen oder Tabellen kompakte Übersichten zu Diagnosekriterien, (neurologischen) Untersuchungsmethoden und Therapieoptionen. Als realistisches Ziel einer medikamentösen Therapie bei neuropathischen Schmerzen sehen die Autoren eine Schmerzreduktion um 30 bis 50 Prozent auf der visuellen Analogskala oder der Numerischen Ratingskala an, eine Verbesserung von Schlaf und allgemeiner Lebensqualität inklusive Arbeitsfähigkeit.

Für Gynäkologen und Geburtsmediziner sind die Abschnitte „Gestationsdiabetes mellitus (GDM) – Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ sowie „Diabetes und Schwangerschaft“ von besonderem Interesse. „Diese Kapitel wurden aktualisiert und auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht“, berichtet Professor Dr. med. Monika Kellerer vom Zentrum für Innere Medizin I, Marienhospital Stuttgart und Vorsitzende der Leitlinien-Kommission.

Für den Aspekt Bluthochdruck empfehle die DDG die Orientierung an den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga oder der Deutschen Hypertonie-Gesellschaft, so DDG Präsident Matthaei.

Die Praxisempfehlungen sind einzusehen unter:

http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien/praxisempfehlungen.html




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