Aktuelles

Erste Diabetes-Registerkonferenz in Berlin

Diabetes-Epidemiologen und -Experten treffen Vertreter von BMG und RKI
 
Mit dem Entwurf für ein Bundespräventionsgesetz und der Entschließung zur Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans seitens des Bundesrates sind im Jahr 2014 grundlegende politische Weichen gestellt und Signale gesetzt worden für die Optimierung von Prävention und Versorgung der „Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2“. Für eine politisch noch zu konsentierende nationale Diabetes-Strategie ist ein konzertiertes Handeln der verschiedenen Sektoren, Ebenen und aller Beteiligten sowie die Koordinierung seitens des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) der entscheidende Erfolgsfaktor. Unabhängig davon räumen Gesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit einer indikatorengestützten Diabetes-Überwachung mit regelmäßiger Berichterstattung höchste Priorität ein. Im Rahmen einer Diabetes-Registerkonferenz trafen sich erstmals Initiatoren von fünfzehn regionalen und überregionalen Diabetesregistern und Diabetes-Datenbanken mit Vertretern des BMG, des RKI und der Kostenträger, um auszuloten, wie eine intelligente Nutzung der vorhandenen Daten für eine Diabetes-Überwachung sowie eine sinnvolle Datenzusammenführung realisiert werden könnte.
 
(Quelle: Pressemitteilung DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe)
 




Vorstandswahl in NRW

Neues Team nimmt Vorstandsarbeit auf
 
Auf der Landesversammlung des DDH-M Landesverbandes NRW e.V. wurden am 25. April 2015 turnusgemäß ein neuer Vorstand und die Bundesdelegierten gewählt. Um den Vorstand in seinen Aufgaben künftig etwas mehr zu entlasten, wurden darüber hinaus Beisitzer und Ansprechpartner für besondere Aufgaben benannt.
 
Nach 24 Jahren ehrenamtlichen Engagements als Landesvorsitzender stellte Martin Hadder sich nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Unter seiner Leitung gewann der Landesverband kontinuierlich an Größe und wurde zu einem ernst zu nehmenden Selbsthilfe-Verband auf Augenhöhe mit Vertretern von Fachverbänden und Politik in NRW und darüber hinaus. Auch die Stellvertreter Malte Thoennißen und Hans-Dieter Willerscheidt sowie Schatzmeister Joachim Riener gaben ihre Ämter auf, um als Beisitzer für besondere Aufgaben in die zweite Reihe zu treten.
 
Kontinuität und Teamgeist
 
Der scheidende Landesvorstand hatte sich, wie alle Vorstandsmitglieder beteuerten, vor allem durch ein gutes Miteinander und „Teamgeist“ ausgezeichnet. Nur so war es möglich, den Neu-Aufbau nach dem Verbandswechsel zu DDH-M ohne größeren Schaden zu meistern. Schriftführerin Ursula Breitbach (Köln) war es – wie auch den Delegierten – daher wichtig, Kooperationspartnern, Fachverbänden und der Dachorganisation gegenüber ein Signal zu setzen: Kontinuität in der Zielsetzung und Arbeit des Landesverbandes. So kandidierte sie für den Landesvorsitz und wurde mit einer überzeugenden Mehrheit gewählt. Für weitere Kontinuität sorgt zudem, dass Martin Hadder (Raesfeld), dem Wunsch der Delegierten folgend, kandidierte und mit großer Mehrheit zum 1. Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, somit also dem Landesvorstand erhalten bleibt. Darüber hinaus steht er dem Landesverband weiterhin als Geschäftsführer zur Verfügung.
 
Neu im Vorstand ist Hansgünter Bischoff (Recklinghausen) als 2. Stellvertretender Vorsitzender. Er möchte sich in erster Linie um die Entwicklung der Selbsthilfearbeit in den Bezirksverbänden kümmern. Neue Schatzmeisterin ist Petra Hederich (Odenthal), die mit ihrem neuen Arbeitsfeld auch beruflich vertraut ist. Zum Schriftführer wurde Gregor Poertgen (Münster) gewählt.
 
Die neue Landesvorsitzende blickte nach der Wahl optimistisch auf eine gute Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Teamgeist im neuen Vorstand.
 
Arbeitsteilung
 
Um den Vorstand bei seinen zahlreichen Aufgaben ein wenig zu entlasten, meldeten sich auch ehrenamtliche Mitarbeiter unter den Delegierten, die bereit sind, besondere Aufgaben zu übernehmen, sei es als Beisitzer, Ansprechpartner oder später auch als Arbeitskreisleiter.
 
Im Mittelpunkt des Wirkens stehen im Landesverband jedoch immer die Mitglieder. So würde sich der neue Vorstand wünschen, dass noch mehr engagierte Ehrenamtler den Weg in den Verband finden, um sich mit Ihren Ambitionen unterstützend einzubringen. Informationen dazu erhalten Sie über die Landesgeschäftsstelle, Tel. 0203 – 608 44-0 oder per Mail: nrw@ddh-m.de.
 




Einladung zum Theater-Workshop

Schauspieler und Impro-Künstler Michael Becker, selbst Typ-1-Diabetiker, lädt Sie ein zu einem Theater-Workshop für Menschen mit Diabetes (Region Ruhrgebiet), in dem mit viel Spaß die Facetten des „Diabetikerlebens“ gemeinschaftlich, spielerisch und motivierend beleuchtet werden. Vorerfahrungen im Bereich Theater sind nicht erforderlich!
 
Bei Interesse: Infos über M.becker-dortmund@t-online.de
 
Hier erfahren Sie mehr über Michael Becker, sein Leben mit Diabetes und seine Ambitionen




Sport gegen Diabetes - Probandensuche

SPORT GEGEN DIABETES
Probandensuche 

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Studie des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin Abt. II der Deutschen Sporthochschule Köln werden männliche Probanden im Alter von 50 bis 90 Jahren mit einem BMI zwischen 25-30, und diagnostiziertem nicht-insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes (ohne bekannte schwere kardiovaskuläre Komplikationen) gesucht.

Die Teilnehmer müssen im Feb/März 2015 für fünf Untersuchungstermine an die Deutsche Sporthochschule kommen. Hier soll neben verschiedenen Untersuchungen wie dem Ruhe-EKG, oder der Messung Diabetes-spezifischer Blutparameter, ein Ergometer-Stufentest durchgeführt werden. Hauptaugenmerk der Untersuchung sind die Auswirkungen einer Trainingsmethode während körperlicher Aktivität (Fahrrad-Ergometer). Die Durchführung der Untersuchung ist ohne beschriebene Risiken und wird zusätzlich unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.
Alle Probanden erhalten für die Teilnahme an der Studie eine kostenlose Gesundheits- und Leistungsdiagnostik

Einzige Einschlusskriterien sind ein diagnostizierter nicht-insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes, die Mobilität für den eigenständigen Weg zur Sporthochschule und zurück sowie einen für die Untersuchungen entsprechenden Gesundheitszustand. Hieraus ergeben sich folgende Ausschlusskriterien der Studie:

  • einem akuten Koronarsyndrom,
  • einer mittel- bis höhergradigen eingeschränkten systolischen Herzfunktion,
  • eine aortenkoronaren Bypass-Operation ≤ 6 Monate,
  • Vorhofflimmern oder therapierelevante ventrikuläre Herzrhythmusstörungen,
  • eine klinisch limitierende pAVK (Stadium ≥ IIa n. Fortaine),
  • eine bestehende hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie,
  • eine nicht eingestellte arterielle Hypertonie,
  • hämodynamisch relevante Herzklappenfehler,
  • eine (Peri-) Myokarditis
  • sowie eine Lungenembolie innerhalb der letzten 6 Monate.
  • Ebenso zum Ausschluss der Studie führen limitierende orthopädische Begleiterkrankungen, konsumierende und interkurrente Erkrankungen, eine Niereninsuffizienz, eine Anämie, COPD, Alkohol- und Drogenmissbrauch und weitere bösartige Grunderkrankungen (z.B. Infektionen, Krebs).

Für weitere Fragen oder Kontaktmöglichkeiten stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zu Verfügung:
R.Hermann@dshs-koeln.de

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Christian Brinkmann und Robin Hermann
 




Therapie-Probleme durch Lipohypertrophien

Laut einer Studie (Blanco M et al., Diabetes & Metabolism 2014) wurden bei 64,4 % von 430 Diabetikern mit Insulintherapie Verhärtungen des Unterhautfettgewebes, so genannte Lipohypertrophien, festgestellt. Dabei bestand ein enger Zusammenhang mit dem Spritzen in die immer gleichen Spritzstellen. Von den Diabetikern, die regelmäßig die Injektionsstellen wechselten, wiesen nur 5 % Lipohypertrophien auf, bei den nicht wechselnden Diabetikern waren es 98 %.
 
Auch die Kanülenverwendung spielte eine Rolle: Wer eine Kanüle mehr als 5 Mal benutzte, entwickelte häufiger Lipohypertrophien. Bei den Diabetikern mit diesen Veränderungen des Unterhautfettgewebes schwankten die Blutzuckerwerte deutlich stärker als bei denen ohne die Fettgewebsveränderungen. Auch der tägliche Insulinbedarf war mit 56 Einheiten im Vergleich zu 41 Einheiten größer bei den Patienten, bei denen Lipohypertrophien vorlagen.
 
Die Wissenschaftler kommen in der Studie zu dem Schluss, dass Patienten ihre Injektionsstellen regelmäßig wechseln sollten, um Lipohypertrophien vorzubeugen bzw. zu vermeiden. Weitere positive Effekte wären eine Reduzierung nachfolgender Unterzuckerungen, des Insulinverbrauchs und der dadurch entstehenden Kosten im Gesundheitswesen.
 




DDG kritisiert G-BA-Entscheid gegen Diabetes-Medikament

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), das Diabetesmedikament Canagliflozin nicht von den Krankenkassen erstatten zu lassen, scharf kritisiert.
 
Der G-BA verhindere durch seine Entscheidung die Einführung einer neuen Gruppe von effektiven und sicheren Wirkstoffen, die für die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigt werden, erklärte DDG Präsident Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. Auf Grund des Beschlusses wird der Vertrieb des Medikamentes in Deutschland eingestellt.
 
Canagliflozin ist nach Dapagliflozin der zweite Wirkstoff aus der Gruppe der SGLT-2-Hemmer („Gliflozine“), die den Blutzucker senken, indem sie die Ausscheidung von Zucker über die Nieren fördern. Das Medikament kommt insbesondere für Patienten infrage, die mit anderen Mitteln keine ausreichende Blutzuckersenkung erzielen und den Einsatz von Insulin vermeiden wollen. Bei diesen Patienten könne, so Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Mediensprecher der DDG, mit SGLT-2-Hemmern eine deutliche Senkung des Blutzuckerlangzeitwertes HbA1c erreicht werden. SGLT-2-Hemmer senken nicht nur den Blutzucker, es kommt auch zu einem leichten Rückgang von Blutdruck und Körpergewicht.
 
Der G-BA stützt sich in seiner Entscheidung auf ein Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das nach Ansicht der DDG schwere Mängel aufweist. So hatte das IQWiG eine zentrale Zulassungsstudie aus methodischen Gründen nicht berücksichtigt. Die DDG befürchtet, dass die vom G-BA getroffenen Entscheidungen zum Zusatznutzen neuer Medikamente in der Behandlung des Typ-2 Diabetes künftig die Entwicklung von Monopolstellungen einzelner Substanzen fördern könnten. „Daran kann dem G-BA nicht gelegen sein“, meint Siegel.
 
(Pressemitteilung der DDG)
 




Neu: elektronischer Diabetes-Pass und Gratis-App

Die neue elektronische Version des Diabetes-Passes gibt es mit zusätzlichen Funktionen als Gratis-App für iOS- und Android-Smartphones oder -Tablets.
 
Die App Gesundheits-Pass Diabetes bietet im Vergleich zum Print-Produkt zusätzliche Funktionen: Alle Werte können in einer Jahresübersicht angezeigt werden und ermöglichen so einen schnellen Überblick über den Krankheits- und Therapieverlauf. Aus der App heraus kann der Nutzer sie per E-Mail im PDF-Format verschicken. Alle Daten können in der Cloud gespeichert und bei Verlust des Endgeräts wiederhergestellt werden.
 
Viele interaktive Tools wie der WHO-5-Fragebogen zum Wohlbefinden, ein BMI- (Body Mass Index), eGFR- (zur Berechnung der Nierenfunktion) und HbA1c-Rechner (zur Bestimmung des Langzeitblutzuckerwertes) sind integriert. Mit der Kalenderfunktion für Arzttermine kann der Patient sich vor Ablauf jedes Quartals daran erinnern lassen, einen Termin für das nächste Quartal zu vereinbaren.
 
Analog zum gedruckten Diabetes-Pass gibt der Patient regelmäßig alle notwendigen Werte ein. Fehleinträge können problemlos korrigiert werden. Trägt der Arzt beim nächsten Besuch die neuen Zielwerte ein, erscheinen diese später zum direkten Vergleich neben den neuen Patienteneinträgen. Die Einheiten für Blutzucker, HbA1c, Cholesterin, Triglyzeride und Kreatinin können gewählt und im Nachhinein verändert werden – dies trägt den in Deutschland verbreiteten unterschiedlichen Einheiten für diese Werte Rechnung. Alle Angaben zur Therapie des Diabetes sowie zur weiteren Medikation des Patienten können abgespeichert werden.
 
Unter dem Stichwort Gesundheits-Pass Diabetes kann die App im jeweiligen App-Store gesucht und kostenlos heruntergeladen werden.
 
(Pressemitteilung Deutsche Diabetes Gesellschaft)
 




Kooperation von DDH-M und DBSV

Für Lebensqualität und bestmögliche Therapie von Diabetikern mit Sehverlust
 
Etwa 30.000 Menschen sind in Folge des Diabetes erblindet. Jährlich verlieren weitere 2.000 Diabetiker ihr Augenlicht. Diese Betroffenen müssen ihren Blutzucker messen und ihre Insulin-Therapie durchführen können – und haben dafür immer weniger Möglichkeiten. Die zuständigen Patientenorganisationen gründen daher eine Allianz zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Diabetiker.
 
Mindestens sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen, mehr als 60 Prozent davon entwickeln Schäden im Auge. Angesichts dieser Zahlen starten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) gemeinsam das Projekt „Diabetes und Auge“. Ziele der Zusammenarbeit sind unter anderem die Verhütung von Folgeerkrankungen des Diabetes am Auge, eine bestmögliche Therapie und Versorgung der Patienten sowie die höchstmögliche Lebensqualität für Diabetiker, die bereits von einem Sehverlust betroffen sind.
 
Barrierefreiheit als Standard gefordert
 
Aktuell weisen die beiden Patientenorganisationen auf die dramatische Versorgungssituation für blinde und sehbehinderte Menschen mit Diabetes hin und fordern die Hersteller von Blutzuckermessgeräten, Insulin-Pens und -Pumpen dazu auf, ihre Produkte barrierefrei zu gestalten. Nur so ist ein selbständiges und erfülltes Leben für die betroffenen Diabetiker möglich. Eine Insulinpumpe, die man eigenständig blind bedienen kann, ist nicht auf dem Markt, und das letzte wirklich gut bedienbare barrierefreie Blutzuckermessgerät wurde vom Hersteller zum Auslaufmodell erklärt.
 
Verlust der Selbständigkeit befürchtet
 
Wenn blinde Diabetiker ihre Diabetestherapie nicht mehr eigenständig durchführen können, droht die Entgleisung des Diabetes. Schwerwiegende Folgeschäden an Nerven und Gefäßen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Amputationen drohen bereits in früheren Stadien der Erkrankung und eine kürzere Lebenserwartung ist die Folge. Diese Diabetiker werden unnötig zu Pflegefällen, weil Pflegedienste mehrmals täglich den Blutzucker messen und die Insulintherapie regulieren müssen. So entstehen hohe Kosten für die Gesellschaft und die betroffenen Diabetiker verlieren ihre Selbständigkeit. Um ein Gerät barrierefrei bedienen zu können, wird im Wesentlichen ein kontrastreiches und blendfreies großes Display benötigt. Außerdem müssen gemessene und eingestellte Werte akustisch vermittelt werden.
 
50 Jahre Tag des weißen Stockes

1964 wurde im US-Kongress eine Resolution angenommen und in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbständigkeit. Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen (www.weisser-stock.de). Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens. Nach deutschem Recht ist ein Mensch blind, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als zwei Prozent von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Wenn man weniger als fünf Prozent sieht, gilt man als hochgradig sehbehindert. Auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf den weißen Stock angewiesen.
 
(Quelle: Pressemeldung DDH-M und DBSV)
 




Spritzentherapie bei Makula-Erkrankungen

Veränderte Abrechnungsmodalitäten für Augenspritzen
 
Laut „dbsv-direkt“, dem Online-Informationsservice des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), am 11. September 2014 hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vor einem drohenden "dramatischen Versorgungsengpass" in der Augenheilkunde gewarnt. Hintergrund: Injektionen in den Augapfel (IVOM) können ab dem 1. Oktober über die Krankenkassenkarte direkt abgerechnet werden – aber nur wenige Krankenhausärzte haben die entsprechende Genehmigung. Deshalb ist unklar, wie es mit der Spritzentherapie an deutschen Augenkliniken weitergeht.
 
Die IVOM-Behandlung ist zeitkritisch, Verzögerungen können einen unwiederbringlichen Sehverlust bedeuten. Viele Patienten, die bisher in Krankenhäusern behandelt wurden, sind deshalb verunsichert und fragen sich, wo sie ab heute ihre Spritzen erhalten werden. Zumindest für einen Teil von ihnen kann Entwarnung gegeben werden: "Die Universitätskliniken müssen und werden intravitreale Injektionen jetzt und auch in der Zukunft im Sinne unserer Patienten und der Wissenschaft durchführen", stellt Prof. Dr. Johann Roider gegenüber dbsv-direkt fest. Dieser Konsens aller deutschen Universitäts-Augenkliniken sei Anfang September erreicht worden, so der amtierende DOG-Präsident.
 
Bezogen auf die nicht-universitären Krankenhäuser ist die Lage leider sehr unübersichtlich. Der DBSV rät allen Patienten, die bisher in einem Krankenhaus IVOM-Behandlungen erhalten haben, es zunächst an gewohnter Stelle zu versuchen. Wer an einen anderen Arzt verwiesen wird, muss es nicht hinnehmen, falls dies mit weiten Wegen oder einer Verzögerung der Behandlung verbunden ist. Das gilt insbesondere für die Verschiebung einer Injektion oder Untersuchung um mehr als zwei Wochen. Vor allem Erstinjektionen sind zeitkritisch und dulden keinen Aufschub.
 
Patienten, die ihren gewohnten Arzt wechseln müssen und dabei auf die oben genannten Probleme stoßen, können sich an „Blickpunkt Auge“ wenden, das Beratungsangebot des DBSV für Augenpatienten (per E-Mail an info@blickpunkt-auge.de oder unter Tel. 030/28 53 87-287).
 
(Quelle: Newsletter „dbsv-direkt“)
 




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