Aktuelles

Sport gegen Diabetes - Probandensuche

SPORT GEGEN DIABETES
Probandensuche 

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Studie des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin Abt. II der Deutschen Sporthochschule Köln werden männliche Probanden im Alter von 50 bis 90 Jahren mit einem BMI zwischen 25-30, und diagnostiziertem nicht-insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes (ohne bekannte schwere kardiovaskuläre Komplikationen) gesucht.

Die Teilnehmer müssen im Feb/März 2015 für fünf Untersuchungstermine an die Deutsche Sporthochschule kommen. Hier soll neben verschiedenen Untersuchungen wie dem Ruhe-EKG, oder der Messung Diabetes-spezifischer Blutparameter, ein Ergometer-Stufentest durchgeführt werden. Hauptaugenmerk der Untersuchung sind die Auswirkungen einer Trainingsmethode während körperlicher Aktivität (Fahrrad-Ergometer). Die Durchführung der Untersuchung ist ohne beschriebene Risiken und wird zusätzlich unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.
Alle Probanden erhalten für die Teilnahme an der Studie eine kostenlose Gesundheits- und Leistungsdiagnostik

Einzige Einschlusskriterien sind ein diagnostizierter nicht-insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes, die Mobilität für den eigenständigen Weg zur Sporthochschule und zurück sowie einen für die Untersuchungen entsprechenden Gesundheitszustand. Hieraus ergeben sich folgende Ausschlusskriterien der Studie:

  • einem akuten Koronarsyndrom,
  • einer mittel- bis höhergradigen eingeschränkten systolischen Herzfunktion,
  • eine aortenkoronaren Bypass-Operation ≤ 6 Monate,
  • Vorhofflimmern oder therapierelevante ventrikuläre Herzrhythmusstörungen,
  • eine klinisch limitierende pAVK (Stadium ≥ IIa n. Fortaine),
  • eine bestehende hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie,
  • eine nicht eingestellte arterielle Hypertonie,
  • hämodynamisch relevante Herzklappenfehler,
  • eine (Peri-) Myokarditis
  • sowie eine Lungenembolie innerhalb der letzten 6 Monate.
  • Ebenso zum Ausschluss der Studie führen limitierende orthopädische Begleiterkrankungen, konsumierende und interkurrente Erkrankungen, eine Niereninsuffizienz, eine Anämie, COPD, Alkohol- und Drogenmissbrauch und weitere bösartige Grunderkrankungen (z.B. Infektionen, Krebs).

Für weitere Fragen oder Kontaktmöglichkeiten stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zu Verfügung:
R.Hermann@dshs-koeln.de

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Christian Brinkmann und Robin Hermann
 




Therapie-Probleme durch Lipohypertrophien

Laut einer Studie (Blanco M et al., Diabetes & Metabolism 2014) wurden bei 64,4 % von 430 Diabetikern mit Insulintherapie Verhärtungen des Unterhautfettgewebes, so genannte Lipohypertrophien, festgestellt. Dabei bestand ein enger Zusammenhang mit dem Spritzen in die immer gleichen Spritzstellen. Von den Diabetikern, die regelmäßig die Injektionsstellen wechselten, wiesen nur 5 % Lipohypertrophien auf, bei den nicht wechselnden Diabetikern waren es 98 %.
 
Auch die Kanülenverwendung spielte eine Rolle: Wer eine Kanüle mehr als 5 Mal benutzte, entwickelte häufiger Lipohypertrophien. Bei den Diabetikern mit diesen Veränderungen des Unterhautfettgewebes schwankten die Blutzuckerwerte deutlich stärker als bei denen ohne die Fettgewebsveränderungen. Auch der tägliche Insulinbedarf war mit 56 Einheiten im Vergleich zu 41 Einheiten größer bei den Patienten, bei denen Lipohypertrophien vorlagen.
 
Die Wissenschaftler kommen in der Studie zu dem Schluss, dass Patienten ihre Injektionsstellen regelmäßig wechseln sollten, um Lipohypertrophien vorzubeugen bzw. zu vermeiden. Weitere positive Effekte wären eine Reduzierung nachfolgender Unterzuckerungen, des Insulinverbrauchs und der dadurch entstehenden Kosten im Gesundheitswesen.
 




DDG kritisiert G-BA-Entscheid gegen Diabetes-Medikament

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), das Diabetesmedikament Canagliflozin nicht von den Krankenkassen erstatten zu lassen, scharf kritisiert.
 
Der G-BA verhindere durch seine Entscheidung die Einführung einer neuen Gruppe von effektiven und sicheren Wirkstoffen, die für die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigt werden, erklärte DDG Präsident Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. Auf Grund des Beschlusses wird der Vertrieb des Medikamentes in Deutschland eingestellt.
 
Canagliflozin ist nach Dapagliflozin der zweite Wirkstoff aus der Gruppe der SGLT-2-Hemmer („Gliflozine“), die den Blutzucker senken, indem sie die Ausscheidung von Zucker über die Nieren fördern. Das Medikament kommt insbesondere für Patienten infrage, die mit anderen Mitteln keine ausreichende Blutzuckersenkung erzielen und den Einsatz von Insulin vermeiden wollen. Bei diesen Patienten könne, so Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Mediensprecher der DDG, mit SGLT-2-Hemmern eine deutliche Senkung des Blutzuckerlangzeitwertes HbA1c erreicht werden. SGLT-2-Hemmer senken nicht nur den Blutzucker, es kommt auch zu einem leichten Rückgang von Blutdruck und Körpergewicht.
 
Der G-BA stützt sich in seiner Entscheidung auf ein Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das nach Ansicht der DDG schwere Mängel aufweist. So hatte das IQWiG eine zentrale Zulassungsstudie aus methodischen Gründen nicht berücksichtigt. Die DDG befürchtet, dass die vom G-BA getroffenen Entscheidungen zum Zusatznutzen neuer Medikamente in der Behandlung des Typ-2 Diabetes künftig die Entwicklung von Monopolstellungen einzelner Substanzen fördern könnten. „Daran kann dem G-BA nicht gelegen sein“, meint Siegel.
 
(Pressemitteilung der DDG)
 




Neu: elektronischer Diabetes-Pass und Gratis-App

Die neue elektronische Version des Diabetes-Passes gibt es mit zusätzlichen Funktionen als Gratis-App für iOS- und Android-Smartphones oder -Tablets.
 
Die App Gesundheits-Pass Diabetes bietet im Vergleich zum Print-Produkt zusätzliche Funktionen: Alle Werte können in einer Jahresübersicht angezeigt werden und ermöglichen so einen schnellen Überblick über den Krankheits- und Therapieverlauf. Aus der App heraus kann der Nutzer sie per E-Mail im PDF-Format verschicken. Alle Daten können in der Cloud gespeichert und bei Verlust des Endgeräts wiederhergestellt werden.
 
Viele interaktive Tools wie der WHO-5-Fragebogen zum Wohlbefinden, ein BMI- (Body Mass Index), eGFR- (zur Berechnung der Nierenfunktion) und HbA1c-Rechner (zur Bestimmung des Langzeitblutzuckerwertes) sind integriert. Mit der Kalenderfunktion für Arzttermine kann der Patient sich vor Ablauf jedes Quartals daran erinnern lassen, einen Termin für das nächste Quartal zu vereinbaren.
 
Analog zum gedruckten Diabetes-Pass gibt der Patient regelmäßig alle notwendigen Werte ein. Fehleinträge können problemlos korrigiert werden. Trägt der Arzt beim nächsten Besuch die neuen Zielwerte ein, erscheinen diese später zum direkten Vergleich neben den neuen Patienteneinträgen. Die Einheiten für Blutzucker, HbA1c, Cholesterin, Triglyzeride und Kreatinin können gewählt und im Nachhinein verändert werden – dies trägt den in Deutschland verbreiteten unterschiedlichen Einheiten für diese Werte Rechnung. Alle Angaben zur Therapie des Diabetes sowie zur weiteren Medikation des Patienten können abgespeichert werden.
 
Unter dem Stichwort Gesundheits-Pass Diabetes kann die App im jeweiligen App-Store gesucht und kostenlos heruntergeladen werden.
 
(Pressemitteilung Deutsche Diabetes Gesellschaft)
 




Kooperation von DDH-M und DBSV

Für Lebensqualität und bestmögliche Therapie von Diabetikern mit Sehverlust
 
Etwa 30.000 Menschen sind in Folge des Diabetes erblindet. Jährlich verlieren weitere 2.000 Diabetiker ihr Augenlicht. Diese Betroffenen müssen ihren Blutzucker messen und ihre Insulin-Therapie durchführen können – und haben dafür immer weniger Möglichkeiten. Die zuständigen Patientenorganisationen gründen daher eine Allianz zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Diabetiker.
 
Mindestens sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen, mehr als 60 Prozent davon entwickeln Schäden im Auge. Angesichts dieser Zahlen starten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) gemeinsam das Projekt „Diabetes und Auge“. Ziele der Zusammenarbeit sind unter anderem die Verhütung von Folgeerkrankungen des Diabetes am Auge, eine bestmögliche Therapie und Versorgung der Patienten sowie die höchstmögliche Lebensqualität für Diabetiker, die bereits von einem Sehverlust betroffen sind.
 
Barrierefreiheit als Standard gefordert
 
Aktuell weisen die beiden Patientenorganisationen auf die dramatische Versorgungssituation für blinde und sehbehinderte Menschen mit Diabetes hin und fordern die Hersteller von Blutzuckermessgeräten, Insulin-Pens und -Pumpen dazu auf, ihre Produkte barrierefrei zu gestalten. Nur so ist ein selbständiges und erfülltes Leben für die betroffenen Diabetiker möglich. Eine Insulinpumpe, die man eigenständig blind bedienen kann, ist nicht auf dem Markt, und das letzte wirklich gut bedienbare barrierefreie Blutzuckermessgerät wurde vom Hersteller zum Auslaufmodell erklärt.
 
Verlust der Selbständigkeit befürchtet
 
Wenn blinde Diabetiker ihre Diabetestherapie nicht mehr eigenständig durchführen können, droht die Entgleisung des Diabetes. Schwerwiegende Folgeschäden an Nerven und Gefäßen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Amputationen drohen bereits in früheren Stadien der Erkrankung und eine kürzere Lebenserwartung ist die Folge. Diese Diabetiker werden unnötig zu Pflegefällen, weil Pflegedienste mehrmals täglich den Blutzucker messen und die Insulintherapie regulieren müssen. So entstehen hohe Kosten für die Gesellschaft und die betroffenen Diabetiker verlieren ihre Selbständigkeit. Um ein Gerät barrierefrei bedienen zu können, wird im Wesentlichen ein kontrastreiches und blendfreies großes Display benötigt. Außerdem müssen gemessene und eingestellte Werte akustisch vermittelt werden.
 
50 Jahre Tag des weißen Stockes

1964 wurde im US-Kongress eine Resolution angenommen und in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbständigkeit. Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen (www.weisser-stock.de). Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens. Nach deutschem Recht ist ein Mensch blind, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als zwei Prozent von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Wenn man weniger als fünf Prozent sieht, gilt man als hochgradig sehbehindert. Auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf den weißen Stock angewiesen.
 
(Quelle: Pressemeldung DDH-M und DBSV)
 




Spritzentherapie bei Makula-Erkrankungen

Veränderte Abrechnungsmodalitäten für Augenspritzen
 
Laut „dbsv-direkt“, dem Online-Informationsservice des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), am 11. September 2014 hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vor einem drohenden "dramatischen Versorgungsengpass" in der Augenheilkunde gewarnt. Hintergrund: Injektionen in den Augapfel (IVOM) können ab dem 1. Oktober über die Krankenkassenkarte direkt abgerechnet werden – aber nur wenige Krankenhausärzte haben die entsprechende Genehmigung. Deshalb ist unklar, wie es mit der Spritzentherapie an deutschen Augenkliniken weitergeht.
 
Die IVOM-Behandlung ist zeitkritisch, Verzögerungen können einen unwiederbringlichen Sehverlust bedeuten. Viele Patienten, die bisher in Krankenhäusern behandelt wurden, sind deshalb verunsichert und fragen sich, wo sie ab heute ihre Spritzen erhalten werden. Zumindest für einen Teil von ihnen kann Entwarnung gegeben werden: "Die Universitätskliniken müssen und werden intravitreale Injektionen jetzt und auch in der Zukunft im Sinne unserer Patienten und der Wissenschaft durchführen", stellt Prof. Dr. Johann Roider gegenüber dbsv-direkt fest. Dieser Konsens aller deutschen Universitäts-Augenkliniken sei Anfang September erreicht worden, so der amtierende DOG-Präsident.
 
Bezogen auf die nicht-universitären Krankenhäuser ist die Lage leider sehr unübersichtlich. Der DBSV rät allen Patienten, die bisher in einem Krankenhaus IVOM-Behandlungen erhalten haben, es zunächst an gewohnter Stelle zu versuchen. Wer an einen anderen Arzt verwiesen wird, muss es nicht hinnehmen, falls dies mit weiten Wegen oder einer Verzögerung der Behandlung verbunden ist. Das gilt insbesondere für die Verschiebung einer Injektion oder Untersuchung um mehr als zwei Wochen. Vor allem Erstinjektionen sind zeitkritisch und dulden keinen Aufschub.
 
Patienten, die ihren gewohnten Arzt wechseln müssen und dabei auf die oben genannten Probleme stoßen, können sich an „Blickpunkt Auge“ wenden, das Beratungsangebot des DBSV für Augenpatienten (per E-Mail an info@blickpunkt-auge.de oder unter Tel. 030/28 53 87-287).
 
(Quelle: Newsletter „dbsv-direkt“)
 




(Gesundheits-) Selbsthilfe im Wandel

Vom Erfahrungsaustausch zur Interessenvertretung

 
Wie die Diabetestherapie unterliegt auch die Selbsthilfearbeit dem Wandel. Immer mehr Betroffene sehen in der Selbsthilfe zunehmend eine Art „Gewerkschaft“, die ihre Interessen auch politisch vertreten soll. Martin Hadder, der Vorsitzende des Landesverbandes NRW der DDH-M, zeigt am Beispiel von NRW, wie das gehen kann, aber auch, dass politische Einflussnahme einer höheren Mitgliederstärke bedarf.
 
Bestand noch vor wenigen Jahrzehnten die Hauptaufgabe der Selbsthilfe im Erfahrungsaustausch und der Beratung im Umgang mit der Erkrankung im Alltag, sind seit der ersten Gesundheitsreform 1993 die Aufgaben in der Selbsthilfe umfangreicher geworden. Soziale Themen treten immer häufiger in den Fokus der Selbsthilfearbeit. Zudem hat sich auch die Medienlandschaft in den letzten Jahren enorm gewandelt. Zu Problemen in der Versorgung und zum Krankheitsbild sind häufig sehr unterschiedliche Stellungnahmen und Informationen veröffentlicht, die nicht immer für die individuellen Probleme der Betroffenen zutreffend sind.
 
Bei der Informationsflut in vielen Medien ist die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) mit ihrer Betroffenenkompetenz ein verlässlicher Ratgeber. Vorrangiges Ziel der DDH-M ist es, seine Mitglieder immer aktuell über Änderungen aufzuklären und sich dafür einzusetzen, dass an Diabetes erkrankte Menschen auch zukünftig am medizinischen Fortschritt in Deutschland teilhaben können und ihnen damit eine hohe Lebensqualität ermöglicht wird.
 
Selbsthilfe ist auch Interessenvertretung
 
Berechtigterweise fordern Betroffene die Vertretung ihrer Interessen beim Gesetzgeber und bei den Versorgungseinrichtungen. Bekanntlich fallen Entscheidungen über die Versorgung nicht nur im Bundesgesundheitsministerium. Viele therapiebezogene Entscheidungen fallen auf Landes- bzw. regionaler Ebene. Nur ein mitgliederstarker Verband ist daher in der Lage, wirkungsvoll die Interessen der Betroffenen zu vertreten bzw. Einfluss zu nehmen. Diabetiker, die auch zukünftig eine bestmögliche Versorgung und eine hohe Lebensqualität wünschen, und von der DDH-M eine wirkungsvolle Einflussnahme erwarten, sollten daher Mitglied in ihrem Landesverband werden.
 
Der Landesverband NRW e.V. der DDH-M ist ein Beispiel dafür, was Selbsthilfe erreichen kann, wenn sie die regionalen Strukturen nutzt und mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenarbeitet.
 
Landesverband NRW leistet Pionierarbeit
 
Der Landesverband NRW e.V. der DDH-M verfügt über ein fast flächendeckendes Netz an Selbsthilfegruppen, in denen ca. 300 ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort ihre Hilfe anbieten. Unterstützung in seiner Arbeit erhält der Landesverband dabei von einem Fachbeirat, der aus kompetenten Therapeuten aller Bereiche der Diabetikerversorgung besteht.
 
Viele Gespräche und Kooperationen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass drängende Probleme nur in Zusammenarbeit mit den regionalen Politikern, Ärzten, Diabetesberaterinnen, Apothekern und anderen Berufsgruppen und deren Verbänden, die in der Versorgung der Diabetiker tätig sind, gelöst werden können. Gemäß dem Slogan „Gemeinsam erreichen wir mehr“ konnten viele Projekte und Aktionen initiiert werden, die nur mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden umsetzbar sind. Damit leistet der DDH-M Landesverband NRW bei dem Bemühen, die Krankheit selbst in die Hand zu nehmen, nach wie vor Pionierarbeit. Er ist in NRW die einzige Selbsthilfeorganisation, die den Betroffenen ihre Hilfe anbietet und in der Politik sowie bei den Institutionen zum Thema Diabetes Anhörung findet.
 
Beispielhaftes Präventionsprojekt
 
So ist der Landesverband NRW e. V. der DDH-M auch landesweit beratend und präventiv unterwegs mit seinem Diabetes-Info-Mobil, das die Möglichkeit einer Sofortdiagnostik hat, um die Menschen in ihrem Alltag zu beraten und für die Volkskrankheit Diabetes zu sensibilisieren. Zusätzlich führt der Landesverband in den kommenden vier Jahren gemeinsam mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein bundesweites Projekt „Diabetesberatung auf Rädern“ durch, das u. a. auch vom Bundesgesundheitsministerium gefördert wird.
 
Damit wir zukünftig mehr erreichen und die Interessen der Betroffenen wirksam vertreten können, werben auch Sie Mitglieder für Ihren Landesverband. Reden Sie auch mit bekannten und befreundeten Diabetikern und empfehlen ihnen eine Mitgliedschaft in ihrem Landesverband.
 
Martin Hadder
Landesvorsitzender
DDH-M Landesverband NRW e.V.
 




DDH-M Landesverband NRW ausgezeichnet

NRW SelbsthilfePreis 2014 würdigt ehrenamtliches Engagement und Kreativität von Selbsthilfegruppen
 
Unter dem Leitsatz „Gemeinsam ist man stärker“ wurden am 16. September 2014 vier kreative Vorbildprojekte von Selbsthilfegruppen bzw. -verbänden mit dem ersten NRW SelbsthilfePreis der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände ausgezeichnet. Gesundheitsministerin Barbara Steffens, die Schirmherrin des SelbsthilfePreises, überreichte den Landesorganisationen einen Preis für ihre herausragenden Projekte. Die Laudationes hielten die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK NORDWEST, Dr. Martina Niemeyer und der Beauftragte der Landesregierung für Patientinnen und Patienten, Dirk Meyer, beide auch Mitglied der Jury.
 
Zur feierlichen Preisverleihung kamen 140 Teilnehmer/innen in das Hotel Mutterhaus in Düsseldorf, darunter auch alle 13 Landesorganisationen, die 2013 ihr Projekt eingereicht hatten. WDR-Moderatorin Steffi Neu führte durch die Veranstaltung und präsentierte alle Vorschläge, Ministerin Steffens gab im Anschluss die Entscheidung der Jury bekannt. Deren Mitglieder Dr. Martina Niemeyer, Dirk Meyer und Steffi Neu hatten sich für vier Projekte entschieden:
 
Die Selbsthilfe homosexueller suchtkranker Menschen NRW e.V. erhielt einen Preis für ihre Ausstellung „Sucht im Spiegel der Philatelie“, die zeigt, wie das Thema Abhängigkeit von Drogen, Alkohol, Tabak und Medikamenten international auf Briefmarken behandelt wird. Der Cochlear Implant Verband NRW e.V. wurde für seinen Tangoworkshop für Hörbehinderte ausgezeichnet, der beweist, dass man durch die Bewegungen seines Körpers „Musik hören“ kann. Die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. berührt mit einem Gedichtband „Zeit-Gedanken“, der Gedichte und Fotos zu jedem Monat aus verschiedenen Zeiträumen einer Parkinson-Betroffenen enthält. Und schließlich überzeugte die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes LV NRW e.V. mit ihrer Kampagne „Diabetes in der Schule“, die Lehrende und Erzieher/innen über den Umgang mit Diabetes bei Kindern aufklärt.
 
Dirk Meyer hob in seiner Laudatio hervor, dass es Aspekte gibt, die in der Selbsthilfearbeit besonders wichtig sind: Leidenschaft, Kommunikation und Kooperation. Auch dieses Projekt, betonte Martin Hadder, Vorsitzender des DDH-M Landesverbandes NRW, sei nur in der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum, Düsseldorf, und der IKK classic umsetzbar gewesen, wofür er sich im Rahmen der Preisverleihung bei allen Beteiligten ganz herzlich bedankte.
 
Bedeutende Rolle der Selbsthilfe
 
In ihrer Rede thematisierte Ministerin Steffens die gesellschaftliche und die individuelle Funktion von Selbsthilfe. „Selbsthilfe ist besonders wichtig. Unsere Gesellschaft hat sich zu einem „höher, schneller, weiter“ entwickelt. Funktionieren steht dabei immer im Mittelpunkt. Dabei ist dieses Funktionieren für uns alle temporär, irgendwann erleben wir alle eine mehr oder weniger große Einschränkung. Wir alle fallen früher oder später heraus aus dem Funktionieren.“, so die Ministerin. Für das Individuum bedeute Selbsthilfe vor allem, Experte in eigener Sache zu sein, wenn es um die eigene Erkrankung gehe. Künftig, prophezeit Steffens, wird Selbsthilfe noch eine weitere Rolle zukommen im Rahmen der Inklusion. Sie zitiert den ihrer Meinung nach wichtigsten Satz der UN-Behindertenrechtskonvention, wonach es wichtig sei, „nicht über uns, sondern mit uns“ zu reden.
 
Ministerin Steffens war daher sichtlich beeindruckt von allen eingereichten Projekten. „Die Wahl war sicherlich nicht leicht, denn alle Projekte sind klasse!“, war ihr spontaner Kommentar. Sie war sich sicher: „Alle, die teilgenommen haben, haben gewonnen. Denn sich für etwas zu begeistern und Projekte, wie die eingereichten, zu stemmen, ist bereits ein Gewinn. Glückwunsch an alle Projekte!“
 
Applaus für „Workers Delight“
 
Für Begeisterung sorgte auch die Cover-Band „Workers Delight“ aus Iserlohn, deren Mitglieder das Rahmenprogramm gestalteten und allesamt Musiker mit Handicap sind.
 
Auf www.gkv-selbsthilfefoerderung-nrw.de sind alle eingereichten Projekte, die Preisträger und auch die Preisverleihung fotografisch dokumentiert. Der nächste NRW SelbsthilfePreis wird 2015 ausgerufen und 2016 verliehen.
 

 
Die Preisträger der vier Gewinnerprojekte mit Ministerin Barbara Steffens (2. v.li.), Dr. Martina Niemeyer (3. v.li.) und Dirk Meyer (hinten Mitte)


 v.li. Barbara Steffens, Dr. Martina Niemeyer, Martin Hadder, Dirk Meyer

Fotos: ©Christian Siepmann/RevierA GmbH Essen
 




DPD startet Facebook-Fotoaktion „ICH BIN AKTIV“

Bei dieser Aktion können Menschen mit Diabetes, Experten und Freunde rund um das Thema Diabetes ab sofort auf der Facebook-Seite von Diabetes Programm Deutschland (DPD) ein sportliches Selbstportrait mit dem DPD-Schild posten und so zeigen, dass sie aktiv sind.
 
Als Kommentar können die Teilnehmer einfach einen kurzen Steckbrief mit Vorname, Diabetes-Typ, PLZ des Trainingsortes, Sportart und Anzahl der Trainingsstunden pro Woche angeben. Der Trainingsort wird umgehend auf Facebook auf einer Deutschlandkarte eingetragen. So entsteht ein Bild, wie viele Menschen mit Diabetes in der jeweiligen Region sowie deutschlandweit aktiv sind und die Gesundheitswerte durch Sport verbessern.
 
Das Schild kann für Ihr Foto online heruntergeladen, ausgedruckt und in die Kamera gehalten werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.
 
Den Facebook-Link, das DPD-Schild und weitere Informationen finden Sie unter www.diabetes-programm-deutschland.de. Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost. Die Aktion läuft noch bis zum 14. Dezember 2014.

Fotoaktion „ICH BIN AKTIV“
 
(Information DPD)
 




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