Kick-Off für Kardio-Diabetes Netz Rhein-Ruhr

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Am 26. September 2018 trafen sich im Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen unter der Moderation des Wissenschaftlers und Initiators Stephan von Bandemer (IAT) Vertreter aus den Bereichen Versorgungsforschung, Kardiologie, Digitales Gesundheitsmanagement und Diabetes-Selbsthilfe (DDH-M Landesverband NRW e.V.) mit dem Ziel, in der Rhein-Ruhr-Region ein Kardio-Diabetes Netz auf den Weg zu bringen.
 
Neue Versorgungsleitlinien
 
Als Folgeerkrankung und damit Nebendiagnose beim Diabetes-Patienten wurden kardiologische Erkrankungen bisher weit unterschätzt. Dabei gehören kardiologische Ereignisse beim Diabetiker zu den häufigsten Folgeerkrankungen. Umgekehrt ist Diabetes bei kardiologischen Patienten die häufigste Nebendiagnose. Umso mehr verwundert es, dass diese Erkenntnis sich bisher nicht in den Nationalen Versorgungsleitlinien zum Diabetes wiederfindet. Dies ändert sich nun. Im Oktober wurden in Berlin neue Versorgungsleitlinien (ADA/EASD) vorgestellt, die so angelegt sind, dass eine differenzierte Therapie der Diabetes-Patienten von dem kardiologischen Status und weiteren Risikofaktoren der Betroffenen abhängt.
 
Versorgungsrealität verbessern
 
Um Patienten jedoch therapeutisch entsprechend begleiten und betreuen zu können, bedarf es abgestimmter Therapieansätze, die spezielle Voraussetzungen benötigen und sich im bestehenden Versorgungssystem zurzeit noch nicht so einfach umsetzen lassen. So sollten etwa verschiedene Fachbereiche der Medizin noch enger zusammenarbeiten, zeitlich und räumlich lange Therapiewege vermieden werden und die Möglichkeiten der Kostenerstattung über die Krankenkassen vorab geklärt werden.
 
Lösungsansätze erarbeitet
 
Im Rahmen des Workshops wurde über mögliche Lösungsansätze diskutiert. So können beispielsweise digitale Managementsysteme wie telemedizinisches Monitoring und Coaching therapeutische Ansätze unterstützen oder Patienten-Hotlines bei der Terminvermittlung eine zeitnahe Versorgung voranbringen. Im Austausch mit weiteren Kooperationspartnern aus Versorgung und Gesundheitsmanagement sowie den Kardio-Diabetes Netzen, wie sie in Berlin, Hamburg und Niedersachsen gestartet sind, sollen zudem Synergien genutzt und leitliniengerechte Behandlungspfade erarbeitet und beschritten werden.
 
Kampagne geplant
 
Um Diabetes-Patienten über die neuen Leitlinien, kardiologische Risiken, Versorgungsangebote und Finanzierungsbedingungen aufzuklären, planen die Workshop-Teilnehmer als nächsten Schritt eine Kampagne. Die Netzwerk-Kooperationspartner DITG (Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung) und DEGEDI (Deutsche Gesundheitsdienste/hier: kardiologische Versorgungszentren) werden sich ebenso wie der DDH-M Landesverband NRW mit ihren Netzwerken und Angeboten daran beteiligen. Unterstützen werden die Kampagne darüber hinaus der Aufklärungs-Bus von Boehringer Ingelheim und das Diabetes-Info-Mobil des DDH-M Landesverbandes NRW. Ziel ist es, die kardiologischen Risiken bei Patienten zu reduzieren und durch die Ausweitung der Kardio-Diabetes Netze das gesundheitliche Versorgungssystem zielgerichtet zu unterstützen. ub