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Kardiologischer Check-Up für Diabetes-Patienten

Kardiologischer Check-Up für Diabetes-Patienten
 
Songül Secer, Stephan v. Bandemer
 
Zu den häufigsten Komplikationen bei Diabetes gehören Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle ist je nach sonstigen Risikofaktoren zwei- bis sechsfach erhöht. Herzinsuffizienz sowie Vorhofflimmern weisen bei Diabetikern eine deutlich höhere Prävalenz auf.
 
Wirkstoffrisiken besser untersucht
 
Die positive Nachricht ist, dass es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung und Überprüfung von blutzuckersenkenden Medikamenten gab und weitere Entwicklungen anstehen. In einer größeren Zahl von Studien mit vielen Patienten wurde insbesondere das kardiovaskuläre und renale (die Nieren betreffende) Risiko der Wirkstoffe untersucht. Nach den hieraus gewonnenen Erkenntnissen können Diabetiker mit kardiovaskulären und renalen Komorbiditäten neben der Blutzuckerregulierung das Risiko von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen erheblich mildern.
 
Vor dem Hintergrund der überzeugenden Ergebnisse bei SGLT2 Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten wurden auch die Empfehlungen zur Behandlung von Diabetes verändert. In einem gemeinsamen Konsensus-Papier zur Behandlung des Diabetes Typ 2 kommen die amerikanische und die europäische Fachgesellschaft zu dem Ergebnis, dass neben dem Glukose-Management und dem Patienten-Selbstmanagement das kardiovaskuläre Risiko bei der Wahl der Medikation frühzeitig berücksichtigt werden sollte.
 
Vorsorglicher Check-Up sinnvoll
 
Eine zusätzliche, in den genannten Studien nicht berücksichtigte Herausforderung besteht in einem gehäuften Auftreten von Vorhofflimmern und damit einem gesteigerten Schlaganfallrisiko bei Diabetespatienten. Diabetiker können daher deutlich von profitieren, kardiologisch untersucht zu werden und die Behandlung des Diabetes auf die kardiologischen Risikofaktoren abzustimmen. Ebenso wichtig ist, bei kardiologischen Patienten den Blutzucker systematisch zu untersuchen. Dies erfordert eine enge Abstimmung von Hausärzten, Diabetologen und Kardiologen. Ein kardiologischer Check-Up ist sinnvoll, bei dem Herz-Kreislauf- und Herzrhythmusprobleme untersucht und die Medikation entsprechend angepasst werden kann.
 
Pilotprojekt mit Service-Angebot
 
Da es in der Versorgungspraxis erfahrungsgemäß oft schwierig ist, außerhalb von Notfällen zeitnah Facharzttermine zu erhalten, hat der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V. in Kooperation mit der DEGEDI ProPhysio GmbH ein Pilotprojekt begonnen, um Menschen mit Diabetes im Ruhrgebiet zeitnah, d.h. innerhalb von vierzehn Tagen, einen Termin für einen kardiologischen Check-Up zu organisieren. Über eine zentrale Servicenummer kann für Patienten eine systematische Anamnese vorgenommen und ein entsprechender Untersuchungstermin bei einem Kardiologen organisiert werden. Das Projekt wird vom Institut Arbeit und Technik (IAT) evaluiert und soll bei Erfolg ausgeweitet werden. Auch während der Pilotphase ist es für eine regionale Ausweitung sowie die Beteiligung weiterer kardiologischer Praxen offen.
 
Die Servicenummer 0234 - 388 78 -944
ist an Werktagen täglich zwischen 9.00 und 14.00 Uhr zu erreichen und vermittelt Ihnen innerhalb von 14 Tagen einen Termin in eine kardiologische Praxis im Ruhrgebiet. Bitte planen Sie ein, eine Überweisung und den letzten Arztbrief Ihres Hausarztes, den ausgefüllten Anamnesebogen, sowie aktuelle Laborwerte zu dem Termin mitzubringen.
 
Den Anamnesebogen finden Sie hier
 
 
 
 




Trauer um Alois Michel

Nachruf
 
Trauer um Alois Michel
 
Am 17. Dezember 2019 verstarb unerwartet der Landesvorsitzende der DDH-M Rheinland-Pfalz, Alois Michel. Der seit 1964 an Typ-1 erkrankte Diabetiker wurde 71 Jahre alt.
 
Alois Michel war ein Urgestein in der Diabetes-Selbsthilfe. Zusammen mit seiner Frau Marie-Luise war er viele Jahre ehrenamtlich aktiv. 1994 gründete er eine Selbsthilfegruppe in Ingelheim. Er engagierte sich fortan in den großen Verbänden Deutscher Diabetiker Bund, später Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V. sowie diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Als Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz wurde er nicht müde, Diabetes-Patienten für ihre Therapie und die Selbsthilfe zu motivieren. Auf regionaler Ebene suchte er das Gespräch mit der Politik, auf Verbandsebene brachte er sich strategisch mit ein und ging, wenn er es für richtig hielt, mit seinem Verband auch eigene Wege.
 
Alois Michel hinterlässt eine Lücke, die über die Grenzen seiner Heimatregion hinaus spürbar sein wird. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Marie-Luise Michel, der wir viel Kraft und Trost wünschen.
 
Der Vorstand des Landesverbandes NRW
der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V.
 




Jetzt handeln, Herr Minister!

Jetzt handeln, Herr Minister!
 
Die Vertreter der Diabetiker Allianz haben kürzlich einen offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verfasst, in dem sie die sofortige Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie fordern.
 
Die Diabetiker Allianz (DA) besteht aus Vertretern der Diabetes-Selbsthilfe-Verbände DDH-M (Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes), DDF (Deutsche Diabetes Föderation), DDB (Deutscher Diabetiker Bund) und Diabetikerbund Bayern. Die Verbände haben die gleichen Ziele und Forderungen gegenüber der Gesundheitspolitik, wenn es um die Versorgung der Diabetes-Patienten in Deutschland geht. Sie wollen mit dem Minister in den Dialog darüber treten, wie gemeinsame Lösungen aussehen könnten.
 
Den offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister finden Sie hier:
 




Eine Ära voller Taten und Erfolge für die Diabetes-Selbsthilfe

Mit dem Ausscheiden von Martin Hadder aus dem DDH-M Landesvorstand NRW am 13. April 2019 endete nach 29 Jahren, von denen er 26 Jahre den Vorsitz bekleidete, eine Ära. Vorstandskollegin Ursula Breitbach zeichnete auf der Landesversammlung seinen Weg in der Diabetes-Selbsthilfe nach.
 
Martin Hadder wurde 1990 stellvertretender Landesvorsitzender und schon ein Jahr später Vorsitzender des Landesverbandes NRW, der damals zum Deutschen Diabetiker Bund (DDB) gehörte. Kurz darauf gründete er den „Wissenschaftlichen Beirat“, der noch heute unter dem Namen „Fachbeirat“ die Arbeit der Ehrenamtler im Vorstand mit Fachwissen unterstützt.
 
Diabetesversorgung stets im Blick
 
Besonders wichtig für Martin Hadder war es, etwas für die Versorgung der Menschen mit Diabetes zu erreichen, auch auf politischer Ebene. So sprach er 1992 im Bundesgesundheitsministerium vor, um die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen bei Chronikern voranzutreiben. Als man nicht reagierte, rief er die „Medizinische Befundmappe“ ins Leben, die jedem Mitglied zuteilwurde. Für den größten DDB-Landesverband begleitete Martin Hadder im gleichen Jahr Vertreter der Deutschen Diabetes-Union unter ihrem Vorsitzenden Heinz Jäger zu einem Gespräch mit dem damaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer. Es sollte eine Ausnahme von der Zuzahlungsregelung für Teststreifen zur Selbstkontrolle bei Diabetikern erwirkt werden, was von Erfolg gekrönt war und wovon heute noch rd. 2 Mio. Betroffene profitieren. Mit dem Wissenschaftlichen Beirat erarbeitete er zudem eine Orientierungshilfe für Hausärzte über den Umfang von Teststreifen zur Selbstkontrolle, die bis in die Teststreifen-Verordnung der Kassenärztlichen Vereinigungen fortwirkte.
 
1997 startete der Landesvorsitzende erstmals einen Versuch zur Gründung einer Diabetes-Initiative, die alle an der Diabetesversorgung beteiligten Berufsgruppen an einen Tisch bringen sollte. Die Zeit schien noch nicht reif dafür. Erst 2012 wurde dieser Wunsch mit der Gründung der „Regionalen Initiative Diabetes NRW“ Wirklichkeit.
 
Zwecks besserer Öffentlichkeitsarbeit regte Martin Hadder eine Kooperation mit dem Kirchheim Verlag an. 1998 erschien die DDB-Mitgliederzeitschrift „subkutan“ erstmals in professioneller Aufmachung. Nach der Gründung von DDH-M initiierte er federführend die Mitgliederinformationen „DDH-M aktuell“ und „DIABETIKA – Neues von uns“.
 
Nachhaltige Projektarbeit
 
Gemeinsam mit seinem damaligen Vorstandskollegen Wolfgang Stemmer stieß Martin Hadder im Jahr 2000 das Pilot-Projekt „Prophylaxe am Fuß des Diabetikers“ an, das noch vor der staatlichen Ausbildung der Podologen medizinische Fußpfleger theoretisch und praktisch für die Arbeit an Diabetikerfüßen fortbildete. 2009 folgte das Projekt „Coping-Schulung“ in Kooperation mit dem Elisabeth Krankenhaus, Essen.
 
Nach der Gründung der DDH-M 2012 nutzte Martin Hadder den Neustart auch für die Arbeit des Landesverbandes. Federführend initiierte er mit verschiedenen Kooperationspartnern nachhaltige Projekte wie beispielsweise „Diabetesberatung auf Rädern“ (DBaR) und „Diabetes in der Schule“ (DidS). 2014 nahm er von der damaligen Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens für das DidS-Projekt den „SelbsthilfePreis NRW“ entgegen.
 
Diabetes-Info-Mobil, DMPs und Demo
 
Zwölf Jahre zuvor (2002) begann mit dem Diabetes-Info-Mobil eine Erfolgsstory in der Präventionsarbeit, die bis heute einmalig ist. Durch Screening-Aktionen und das DBaR-Projekt  mit dem Mobil wurde deutlich, dass eine hohe Dunkelziffer an Diabetikern existiert. Im Jahr darauf verfasste Martin Hadder eine Stellungnahme zum Disease Management Programm (DMP) und schrieb an die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Protestnote, die wesentlich zu einer Änderung der DMP-Gesetzgebung führte.
 
Auch 2006 kam es zu einer Protestaktion, weil das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sich gegen die Verordnung der Insulin-Analoga für Typ-2-Diabetiker aussprach. Der NRW-Landesverband organisierte die Demo in Köln für den DDB-Bundesverband. Im Ergebnis bewegten sich Industrie und Verhandlungspartner, so dass die Verordnung im Rahmen von Rabattverträgen wieder möglich war.
 
Politische Arbeit
 
Auch international empfahl sich der Landesverband NRW und war so als einziger Selbsthilfeverband auf der „European Association for Predictive, Preventive an Personalised Medicine“ (EPMA) und der PerMediCon, Kongressen für Personalisierte Medizin, vertreten.
 
Nach der Gründung von DDH-M ging es auch vor Ort politisch nachhaltig voran. Im Landtag NRW starteten erstmals Parlamentarische Frühstücksdialoge und Informationstage zum Thema Diabetes, bei denen sich der Landesverband zusammen mit seinen Kooperationspartnern einbrachte. Stellvertretend für den Bundesverband und im Namen des Landesverbandes NRW nahm Martin Hadder zudem an der Task Force Diabetologie 2025 teil, an deren politischem Positionspapier er für die Diabetes-Selbsthilfe mitwirkte.
 
Mit Diplomatie und Hartnäckigkeit
 
Als kritischer Querdenker, mit Leidenschaft, Fairness und einer großen Portion Diplomatie setzte Martin Hadder seine Ideen und Vorhaben mit Besonnenheit und einer gewissen Hartnäckigkeit in die Tat um. Er tat dies jedoch stets in Abstimmung und Absprache mit den Vorstandskollegen, Kooperationspartnern und allen jeweils Beteiligten. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die interaktive und interdisziplinäre Fortbildungs- und Informationsveranstaltung „DIABETIKA 2018“, deren Planung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung er über Jahre verfolgt hat.
 
Für seine Verdienste in der Diabetes-Selbsthilfe geehrt wurde Martin Hadder 2008 mit der Katsch-Medaille von der Deutschen Diabetes Gesellschaft und 2018 mit der Auszeichnung „Mitglied des Jahres“ von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. ub
 
 




Neuer Vorstand einvernehmlich gewählt

Der Landesvorstand des DDH-M NRW hatte am 12. und 13. April 2019 zu einer Landesversammlung und Fortbildungen nach Lünen eingeladen. Es standen nach vier Jahren turnusgemäß Vorstandswahlen an. Der Vorsitzende Martin Hadder und Schatzmeisterin Petra Hederich kandidierten nicht mehr für ihre Ämter. Brigitte Papayannakis hatte sich bereits vor einiger Zeit aus dem Vorstand zurückgezogen.
 
Zwei begehrte Fortbildungsthemen begleiteten die Versammlung. Zum einen ging es um die Diabetiker und ihre Füße, hier vor allem um Vorbeugung und Therapiemöglichkeiten. Referentin Anne Przijbijlski, Fachkrankenschwester, Wundexpertin und Pflegetherapeutin Wunde ICW im Klinikum Osnabrück, hatte die Delegierten durch den von ihr konzipierten Flyer schon im Vorfeld auf dieses Thema neugierig gemacht. Der Vortrag fand somit großen Anklang. Zum anderen ging es um Diabetes und Vorsorge, hier vor allem um die Vermeidung von Folgeerkrankungen. Dieses Thema trug Norbert Kuster vor, der nicht nur als Typ-1-Diabetiker und Beisitzer den Vorstand bisher unterstützt hat, sondern sich auch beruflich als Diabetesberater auf diesem Gebiet auskennt.
 
Erfolgreiche Arbeit
 
Vor der Wahl des neuen Landesvorstandes berichtete Martin Hadder über die Arbeit des Verbandes im vergangenen Jahr. Nach dem erfolgreichen Start der Veranstaltung „DIABETIKA 2018“ hat der Vorstand die Vorbereitungen für die Folgeveranstaltung „DIABETIKA 2020“, die am 25. April 2020 in Düsseldorf stattfinden wird, in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Organisationsteam um den Diabetologen Dr. Hansjörg Mühlen auf professionellere Füße gestellt. Die Delegierten wurden zudem über die mit der neuen Mitgliederinformation „DIABETIKA – Neues von uns“, im Titel angelehnt an die erfolgreiche Veranstaltung, verbundenen notwendigen Aktualisierungen z.B. in Info-Flyern unterrichtet. Auch der neue Flyer zur Interessenvertretung wurde vorgestellt.
 
Ausblick
 
In die Zukunft blickend drückte Martin Hadder seine Hoffnung aus, dass der in Kooperation mit dem Landesgesundheitsprojekte e.V. seit einiger Zeit in Vorbereitung befindliche Patienten-Politik-Dialog mit den Sprechern der gesundheitspolitischen Fraktionen im Landtag stattfinden und auch etwas bewirken wird. Zwei Themen sind hierfür inhaltlich in der engeren Wahl: Kinder mit Diabetes und Pflege. Um die Präventionsarbeit des Verbandes kontinuierlich fortsetzen zu können, hat der Verband ein neues Fahrzeug als Diabetes-Info-Mobil angeschafft.
 
Dank und Abschiedstränen
 
Mit Dank und einem Frühlingsblumenstrauß verabschiedeten die Delegierten Petra Hederich, die als versierte Fachfrau den Vorstand in der letzten Amtsperiode als Schatzmeisterin bereichert hat. Petra Hederich wird, wenn es ihre Zeit erlaubt, auch künftig ehrenamtlich mitwirken und ihre Nachfolgerin gerne einarbeiten.
 
Ein paar versteckte Tränen im Plenum und bei den Vorstandskollegen flossen bei der Verabschiedung von Martin Hadder, mit der eine Ära endete, in der der Landesverband NRW sich kontinuierlich in der Diabetes-Selbsthilfe-Gemeinschaft einen Namen gemacht und viele sachliche Themenfelder beackert hat. Das wird über die Grenzen des Landesverbandes hinaus Respekt und Bestand haben, sind sich die Mitstreiter sicher. Die gute Nachricht war, dass Martin Hadder sich als Beisitzer des Vorstandes und der Geschäftsführung auch weiterhin gerne engagieren möchte.
 
Das neue Team
 
Die wenigen Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, wurden einvernehmlich mit nur den eigenen Enthaltungen gewählt:
 
Norbert Kuster (Bocholt), Landesvorsitzender
Hansgünter Bischoff (Recklinghausen), 1. Stellvertretender Vorsitzender
Ute Jüngling (Dortmund), 2. Stellvertretende Vorsitzende
Birgit Dangela (Aachen), Schatzmeisterin
Ursula Breitbach (Köln), Schriftführerin
 
Birgit Dangela war am Wahltag verhindert und hatte ihre Kandidatur schriftlich eingereicht. Wiedergewählt wurden der 1. Stellvertretende Vorsitzende und die Schriftführerin. ub
 

 
 



Psychotherapie – die andere Selbsthilfe

Fachtagung der Psychotherapeuten
 
Gerd Höhner, Präsident der Psychotherapeutenkammer (PTK) NRW, begrüßte Ende Oktober 2018 in Düsseldorf Mitglieder der Kammer zu einem Fachtag über die Aspekte einer speziellen Psychotherapie bei Diabetes. Das politische Grußwort hielt Dr. Ralf Brauksiepe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Patienten und Patientinnen. Im Ergebnis der Tagung wurde deutlich, dass Diabetes-Patienten Fachtherapeuten benötigen, die sich mit der chronischen Erkrankung umfassend auskennen.
 
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Kick-Off für Kardio-Diabetes Netz Rhein-Ruhr

Am 26. September 2018 trafen sich im Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen unter der Moderation des Wissenschaftlers und Initiators Stephan von Bandemer (IAT) Vertreter aus den Bereichen Versorgungsforschung, Kardiologie, Digitales Gesundheitsmanagement und Diabetes-Selbsthilfe (DDH-M Landesverband NRW e.V.) mit dem Ziel, in der Rhein-Ruhr-Region ein Kardio-Diabetes Netz auf den Weg zu bringen.
 
Neue Versorgungsleitlinien
 
Als Folgeerkrankung und damit Nebendiagnose beim Diabetes-Patienten wurden kardiologische Erkrankungen bisher weit unterschätzt. Dabei gehören kardiologische Ereignisse beim Diabetiker zu den häufigsten Folgeerkrankungen. Umgekehrt ist Diabetes bei kardiologischen Patienten die häufigste Nebendiagnose. Umso mehr verwundert es, dass diese Erkenntnis sich bisher nicht in den Nationalen Versorgungsleitlinien zum Diabetes wiederfindet. Dies ändert sich nun. Im Oktober wurden in Berlin neue Versorgungsleitlinien (ADA/EASD) vorgestellt, die so angelegt sind, dass eine differenzierte Therapie der Diabetes-Patienten von dem kardiologischen Status und weiteren Risikofaktoren der Betroffenen abhängt.
 
Versorgungsrealität verbessern
 
Um Patienten jedoch therapeutisch entsprechend begleiten und betreuen zu können, bedarf es abgestimmter Therapieansätze, die spezielle Voraussetzungen benötigen und sich im bestehenden Versorgungssystem zurzeit noch nicht so einfach umsetzen lassen. So sollten etwa verschiedene Fachbereiche der Medizin noch enger zusammenarbeiten, zeitlich und räumlich lange Therapiewege vermieden werden und die Möglichkeiten der Kostenerstattung über die Krankenkassen vorab geklärt werden.
 
Lösungsansätze erarbeitet
 
Im Rahmen des Workshops wurde über mögliche Lösungsansätze diskutiert. So können beispielsweise digitale Managementsysteme wie telemedizinisches Monitoring und Coaching therapeutische Ansätze unterstützen oder Patienten-Hotlines bei der Terminvermittlung eine zeitnahe Versorgung voranbringen. Im Austausch mit weiteren Kooperationspartnern aus Versorgung und Gesundheitsmanagement sowie den Kardio-Diabetes Netzen, wie sie in Berlin, Hamburg und Niedersachsen gestartet sind, sollen zudem Synergien genutzt und leitliniengerechte Behandlungspfade erarbeitet und beschritten werden.
 
Bundesweite Kampagne geplant
 
Um Diabetes-Patienten über die neuen Leitlinien, kardiologische Risiken, Versorgungsangebote und Finanzierungsbedingungen aufzuklären, planen die Workshop-Teilnehmer als nächsten Schritt eine Kampagne. Die Netzwerk-Kooperationspartner DITG (Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung) und DEGEDI (Deutsche Gesundheitsdienste/hier: kardiologische Versorgungszentren) werden sich ebenso wie der DDH-M Landesverband NRW mit ihren Netzwerken und Angeboten daran beteiligen. Unterstützen werden die bundesweite Kampagne darüber hinaus der Aufklärungs-Bus von Boehringer Ingelheim und das Diabetes-Info-Mobil des DDH-M Landesverbandes NRW. Ziel ist es, die kardiologischen Risiken bei Patienten zu reduzieren und durch die Ausweitung der Kardio-Diabetes Netze das gesundheitliche Versorgungssystem zielgerichtet zu unterstützen. ub
 




DiaDigital jetzt online

DiaDigital, das Portal zur Bewertung von Apps rund um das Thema Diabetes, ist jetzt online. Hier finden Betroffene und Behandler einen Überblick über bereits mit einem Siegel zertifizierte Apps.
 
Wer sich gerne mit Smartphone-Apps bei Diabetes befasst und auf solides Equipment baut, der sollte einen Blick auf das neue Online-Portal DiaDigital.de werfen. App-Interessierte und -Anwender (Betroffene und Behandler), aber auch App-Entwickler können sich hier einloggen, um beim Testen von Apps mitzumachen oder auch Apps für ein Siegel vorzuschlagen. Bei dem Portal geht es um eine Plattform, die die Wünsche und Erwartungen von Anwendern und die digitalen Möglichkeiten von Herstellern in Kommunikation bringt.
 
DiaDigital hat für den Bereich Diabetes einen Kriterienkatalog aufgestellt, der die Grundbedürfnisse der Diabetiker und Behandler in medizinischem und lebensunterstützendem Nutzen an Apps umfasst. Apps können nach diesen Kriterien zertifiziert werden. Hersteller müssen dazu eine Selbstauskunft geben. Zertifizierte Apps, die bereits ein Siegel erhalten haben, sind auf DiaDigital.de abgebildet und beschrieben. Die Siegelvergabe erfolgt durch die beteiligten Diabetesverbände diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M), Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Verband der Diabetesberatungs- und -schulungsberufe in Deutschland (VDBD).
 
Link:




Patient im Mittelpunkt der Diabetologie

Patientenperspektive 2025
 
Als einzige Patientenorganisation beteiligte sich DDH-M an der Erarbeitung des Strategiepapiers „Diabetologie 2025“. Ziel der aufgezeigten zehn Handlungsfelder ist die nachhaltige Verbesserung von Früherkennung und Prävention sowie die Sicherstellung der künftigen Versorgung. Dieses Papier ergänzt damit das Basispapier des lange geforderten Nationalen Diabetes-Plans.
 

Auf der letztjährigen DDG-Herbsttagung wurde mit der „Düsseldorfer Resolution“ ein Prozess angestoßen, in dem sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zusammen mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, dem Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen (BVND), dem Bundesverband der Diabetologen in den Kliniken (BVDK), dem Verband der Diabetesberatungs- und –schulungsberufe in Deutschland (VDBD), der Patientenorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) und dem Wissenschaftlichen Institut der niedergelassenen Diabetologen (WinDiab) zusammengesetzt haben, um Handlungsstrategien für die Diabetesversorgung 2025 auszuarbeiten. Im Ergebnis wurde ein Strategiepapier „Diabetologie 2025“ verfasst und auf der DDG-Herbsttagung 2016 in Nürnberg vorgestellt.
 
In einem eigenen Kapitel zur Patientenperspektive verdeutlichte DDH-M die Aufgaben der Diabetes-Selbsthilfe als die dritte nicht zu unterschätzende Säule der Gesamttherapie neben der medizinischen Diabetestherapie und der Diabetesschulung. Ehrenamtlich ausgerichtet wird der Selbsthilfe jedoch nach wie vor kein adäquater Stellenwert in Gesellschaft und Politik zugesprochen. Daraus resultieren vor allem Forderungen gegenüber der Politik nach

  • Diabetesbeauftragten, sowohl auf bundes- wie landespolitischer Ebene,
  • Stimm- und Mitwirkungsrechten in den Entscheidungsgremien in der Versorgung,
  • nachhaltigen Fördermaßnahmen zum Aufbau professioneller Selbsthilfe-Strukturen. 

DDH-M leistet Pionierarbeit
 
Im Fazit gehört der Patient in den Mittelpunkt der Diabetologie. Um diese Forderungen politisch jedoch durchsetzen zu können, bedarf es eines weiteren, sehr wichtigen Schrittes in der Selbsthilfe: der Bündelung aller vorhandenen Selbsthilfe-Aktivitäten und -Verbände zu einer einheitlich und professionell aufgestellten bundesweiten Selbsthilfeorganisation, die modern und zukunftsorientiert arbeitet. Durch ihr Mitwirken an der „Diabetologie 2025“ hat DDH-M nun ein weiteres Stück Pionierarbeit stellvertretend für alle Selbsthilfeverbände geleistet, um auch in der Politik wahrgenommen zu werden. Dennoch bedarf es für die weitere politische Interessenvertretung vor allem Mitgliederstärke, viele engagierte Mitstreiter und einen Zusammenschluss aller Aktiven, um für die Belange der Betroffenen mit einer Stimme sprechen zu können. Denn um die Zukunft der Diabetesversorgung zu sichern und Prävention zu etablieren, ist vor allem die Umsetzung der formulierten Handlungsstrategien entscheidend. Somit kommt noch viel Arbeit auf die mitwirkenden Verbände zu. ub
 
Link zum Strategiepapier: --> Diabetologie 2025

 




Wissenschaftliche Umfrage zum Thema Bluthochdruck

Die Philipps-Universität Marburg führ zum Thema Behandlung von Bluthochdruck aus Patientensicht eine Untersuchung durch. Hierbei ist es besonders wichtig, dass die Behandlungspläne von PatientInnen gut eingehalten werden.  Wie gut das klappt, ist für PsychologInnen ein sehr interessantes Thema. Deshalb wenden wenden sich Studenten an Betroffene als Ansprechpartner der Deutschen Hochdruckliga.

Weitere Einzelheiten können dem nachfolgenden Link entnommen werden:
https://www.unipark.de/uc/mr_uni_marburg_psychologie_ls/432c/ospe.php?SE...
(unverschüsselter Testzugang: http://www.unipark.de/uc/mr_uni_marburg_psychologie_ls/432c/)
 
Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Umfrage sind:
       -von einem Arzt diagnostizierter Bluthochdruck
       -der Arzt hat Medikation gegen den Bluthochdruck verordnet 

Die Teilnahme an dieser Umfrage wird vom Landesvorstand der DDH-M NRW e.V. ausdrücklich unterstützt.